Neue Sarasin-Studie zur Solarenergie: “grüne Erholung” in Sicht

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Nach einer Stagnation im Jahr 2009 ist im kommenden Jahr mit einer deutlichen Erholung der Solar-Branche zu rechnen. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Nachhaltigkeitsstudie der Bank Sarasin, die am 30.11.2009 unter dem Titel “Solarwirtschaft – grüne Erholung in Sicht” veröffentlicht wird. Die Studie analysiert und vergleicht die Marktbewegungen, Technologien und Unternehmen in der Solar-Branche. Im Blickpunkt stehen dabei solarthermische Kraftwerke (CSP), Photovoltaik (PV) und Solarthermie – sowohl global als auch in Deutschland. Die vergangenen Monate verdeutlichten die wechselseitigen Verstrickungen der globalen Wirtschaft. Gerade die junge und aufstrebende Solar-Industrie hat die Rezession und die Kreditkrise empfindlich zu spüren bekommen. So sei der weltweite Solar-Markt in voller Fahrt auf ein Nullwachstum gebremst worden, betont die Bank Sarasin. Nach den zu erwartenden strukturellen Veränderungen der Branche sei jedoch bereits ab 2010 eine “grüne” Erholung in Sicht.
Die Solarenergie emanzipiere sich weltweit wie auch in Deutschland von staatlichen Anschubförderungen und bewege sich schnell in Richtung Netzparität.

Deutschland als treibende Kraft; Desertec-Projekt für Solarstrom aus der Wüste
“Deutschland ist sowohl für die Entwicklung der Solar-Industrie als auch für die Installation von Solaranlagen eine treibende Kraft. Ohne die deutschen Solarunternehmen wäre ein Wachstum in einem solch hohen Tempo in den vergangenen Jahren nicht möglich gewesen”, sagt Dr. Matthias Fawer, Nachhaltigkeitsanalyst bei der Bank Sarasin. Gerade bei solarthermischen Kraftwerken sei dank der deutschen Solar-Branche mit einer positiven Entwicklung zu rechnen. Ein wesentlicher Impuls für die Einführung der CSP-Technologie (Concentrating Solar Power) gehe von dem Desertec-Projekt aus, das auf einer Initiative von deutschen Klimaforschern und dem Club of Rome basiert. So sollen solarthermische Kraftwerke in der Sahara bis 2050 rund 15 Prozent des europäischen Strombedarfs decken, wofür Investitionen von rund 400 Milliarden Euro notwendig sind. Zahlreiche Unternehmen, haben bereits eine Absichtserklärung zur Gründung einer Planungsgesellschaft mit dem Namen “Desertec Industrial Initiative” (DII) unterzeichnet, darunter RWE, E.ON, Münchner Rück, Deutsche Bank, Solar Millennium und Siemens. Diese Gesellschaft soll innerhalb der nächsten drei Jahre die politischen, ökonomischen, gesellschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen für ein solches Wüstenstrom-Projekt analysieren.

Photovoltaik-Boom in Deutschland; Endkunden profitieren vom verschärften Wettbewerb
In der globalen Photovoltaik-Industrie wird es trotz der aktuellen Krise wieder aufwärts gehen, so die Sarasin-Studie. Deutschland erlebte dieses Jahr eine regelrechte Überflutung von neuen Photovoltaik-Installationen, da durch den rasanten Preisverfall die Rahmenbedingungen ab dem zweiten Quartal immer attraktiver wurden. Insbesondere chinesische Module wurden immer günstiger und die Preisdifferenz zu den europäischen Modulen scheine größer zu werden. Während letztere den enormen Kosten- und Margendruck besonders spüren, profitieren die asiatischen Solarzellen- und Modulhersteller von ihren niedrigen Produktions- und Finanzierungskosten. Für den Endverbraucher bedeutet dies eine erfreuliche Preisentwicklung, betont Fawer.

15 bis 20 Prozent PV-Wachstum in Deutschland; weltweit sogar 45 % erwartet
Nach der Wahl einer neuen Koalitionsregierung wartet die deutsche Photovoltaik-Branche noch Entscheidungen hinsichtlich neuer Einspeisetarife ab. Vor allem die FDP fordert eine Kürzung der Solarstrom-Vergütungssätze, und auch in der Union gibt es ähnliche Pläne. Bisher hat jedoch noch keine Partei präzise Zahlen genannt. Trotz der Unsicherheiten erwartet die Bank Sarasin im kommenden Jahr in Deutschland ein Wachstum von 15 bis 20 Prozent. Für den globalen PV-Markt rechnet sie 2010 mit einem Wachstum von 45 Prozent.

Solarthermie in Deutschland: Absatzplus von rund acht Prozent prognostiziert
Nach dem starken Einbruch des deutschen Solarthermie-Marktes um 37 Prozent im Jahr 2007 konnte die Solarwärme-Industrie 2008 wieder aufatmen. Mit 1.512 Megawatt (MWth) neu installierter Kollektorleistung wuchs der Markt um 106 Prozent. Nach dem Rekordjahr 2008 verzeichnete die Branche 2009 erneut einen Rückgang um 28 Prozent auf rund 1.085 MWth. Für das kommende Jahr prognostizieren die Experten der Bank Sarasin wiederum ein Absatzplus von rund acht Prozent. Immer mehr Eigenheime nutzen Solarwärme nicht mehr nur zur Warmwasserbereitung, sondern auch für die Heizungsunterstützung. Mit der Verabschiedung des regenerativen Wärmegesetzes (EEWärmeG) hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, bis 2020 rund 14 Prozent der Wärme in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen. Solarunterstützte Heizungssysteme erfreuen sich dementsprechend wachsender Beliebtheit. Im Bereich Solarwärme sind in Deutschland rund 25.000 Menschen beschäftigt.

Globaler Solarmarkt: Ungebrochen positive Erwartungen für 2010
Die junge aufstrebende Solar-Industrie hat die Krise deutlich zu spüren bekommen. Der globale Solarmarkt wird 2009 mit einem Nullwachstum schließen, so die Bank Sarasin. Doch die Signale für eine Erholung stünden auf “grün”. In der Photovoltaik-Industrie (PV) tragen insbesondere Kostensenkungen, niedrigere Modulpreise, Effizienzsteigerung und der Ausbau der Vertriebskanäle dazu bei, dass es wieder aufwärts geht. Für den globalen PV-Markt sei bereits für das Jahr 2010 mit einem Wachstum von 46 % zu rechnen, so die Sarasin-Analysten. Damit könne eine neu installierte Photovoltaik-Leistung von 8,5 Gigawatt (GW) realisiert werden. Die Wachstumsraten bis 2012 liegen laut Bank Sarasin zwischen 45 und 50%.

China und die USA verdoppeln ihr Marktvolumen
Überdurchschnittliches Wachstum versprechen die außereuropäischen Märkte: China mit über 130 % sowie Indien und die USA mit je 100 % Wachstum pro Jahr. Europa weist in derselben Periode einen Zuwachs von 14 % auf. Garant für ein stabiles Wachstum sei, dass neben den Pioniermärkten mindestens zehn neue Photovoltaik-Märkte mit Jahresvolumina von 500 MW in den nächsten zwei Jahren entstehen werden. Dies werde der Solarenergie dabei helfen, sich von den staatlichen Förderprogrammen zu emanzipieren und gleichzeitig bald Netzparität zu erreichen. Für 2020 prognostiziert die Bank Sarasin, gestützt auf ökonomische Argumente und den damit zusammenhängenden positiven Aussichten für die PV-Industrie, einen Anstieg des globalen Marktvolumens auf 155 GW und liegt mit ihrer Langzeitprognose über dem politisch getriebenen Szenario der EPIA (Europäischer PV-Industrieverband).

Wirtschaftliche Gesichtspunkte gewinnen gegenüber der Förderung an Bedeutung
Dies gründe nicht auf Hoffnung auf mehr politische Unterstützung, sondern wachsende wirtschaftliche Argumente, die für die Solarenergie sprechen, betont Sarasin. Solarthermische Kraftwerke (CSP) würden durch die Realisierung von Großprojekten, wie z. B. in der Sahara, zusätzlichen Schub erhalten. Daneben laufe auch der Ausbau der dezentralen Solarstrom-Erzeugung in Mitteleuropa sowie netzunabhängiger Photovoltaik-Systeme in den Ländern des Südens weiter. Daneben liefern thermische Solarkollektoren seit mehreren Jahren von allen Solartechnologien den größten Energiebeitrag. Der dezentralen Anwendung solcher Solarwärmeanlagen kommt vor allem auch in Zusammenhang mit dem zu erwartenden Klimaabkommen in Kopenhagen eine wichtige Rolle zu.
Lesen Sie zur Sarasin-Studie das aktuelle Solarserver-Interview mit Dr. Matthias Fawer mit den Schwerpunkten Photovoltaik-Märkte und -Technologien: http://www.solarserver.de/solarmagazin/interview_fa.html
Weitere Auskünfte: Dr. Benedikt Gratzl, Head of Corporate Communications, Media Relations; T: +41 (0)61 277 70 88; E-Mail: benedikt.gratzl@sarasin.ch
Dr. Matthias Fawer, Sustainability Research; T: +41 (0)61 277 73 03; E-Mail: Matthias.fawer@sarasin.ch
Die vollständige Studie “Solarwirtschaft – grüne Erholung in Sicht” ist in deutscher und englischer Sprache gegen eine Schutzgebühr von EUR 100 (für Kunden und Medien kostenlos) erhältlich bei: Gabriela Pace; Sustainable Investment; T: +41 (0)61 277 73 31 | E-Mail: gabriela.pace@sarasin.ch

30.11.2009 | Quelle: Bank Sarasin & Cie AG | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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