Giganten und Zwerge: Power-One Verkaufsdirektor Matthias Flamm über Mikro-Inverter und Megawatt-Wechselrichter

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Solarserver: Auf der Intersolar Europe stellt Power‐One gleich vier neue Photovoltaik‐Wechselrichter sowie die "AURORA-Vision" mit Produkten, Services und Lösungen zur Überwachung und Kontrolle von Solarstromanlagen vor. Was sind die wichtigsten Neuerungen?
Matthias Flamm (Sales Director Northern Europe Renewable Energy): Mit dem AURORA ULTRA‐1400 zeigen wir den größten Wechselrichter von Power‐One, mit einer Ausgangsleistung von 1,4 MW. Speziell für die Anforderungen großer kommerzieller Solarkraftwerke konzipiert, bietet die flüssigkeitsgekühlte Einheit maximale Leistung auf kleinstem Raum.Zum neuen Konzept gehören neben dem IP65‐Gehäuse auch geringe Betriebs‐ und Wartungskosten. Mit seinem branchenführenden Wirkungsgrad von 98,7 Prozent, einem extrem breiten Eingangsspannungsbereich und bis zu vier MPPT‐Kanälen optimiert das Gerät den Energieertrag für ein breites Spektrum an Betriebsbedingungen. Gleichzeitig reduziert das große Wechselrichter‐System die Verkabelungs‐ und Testarbeiten vor Ort deutlich, dank komplett getrennter Anschluss‐ und Leistungseinheiten.

Solarserver: Der deutsche Markt für große Freiflächenanlagen ist politisch limitiert. Wie beurteilen Sie die Beschränkungen der Photovoltaik-Großanlagen auf Konversionsflächen?
Matthias Flamm: PV-Kraftwerke auf Freiflächen können Solarstrom rasch und deutlich billiger machen. Sie leisten zudem einen wesentlichen Beitrag zur gewünschten Energiewende und lokalen Wertschöpfung. Aus diesem Grund sollten die Kommunen entscheiden dürfen, welche geeigneten Flächen dafür genutzt werden.

Solarserver: Zusätzlich zum 1.4 MW-Giganten stellt Power‐One seinen ersten Mikro‐Wechselrichter vor. Welche Vorteile bringt diese Lösung?
Matthias Flamm: AURORA MICRO‐0.3 ergänzt unsere umfangreiche Produktpalette, zu der auch die neue Generation der einphasigen AURORA UNO‐2.0 und UNO‐2.5 Geräte zählt, sowie die Dreiphasen‐Wechselrichter AURORA TRIO‐27.6 und TRIO‐20.0.
Der 300 Watt-Mikro‐Wechselrichter ist eine völlig neue Alternative zu unseren traditionellen Strang‐Wechselrichtern. Direkt an das jeweilige Modul angeschlossen, kontrolliert AURORA MICRO‐0.3 die Leistung jedes einzelnen Panels individuell und optimiert sie.

Solarserver: Wo werden Modulwechselrichter eingesetzt?
Matthias Flamm: Unser Mikro‐Wechselrichter zeichnet sich durch einen hohen Wirkungsgrad von bis zu 95,5 Prozent, ein widerstandsfähiges, wetterfestes Gehäuse sowie eine HF-Isolation aus. Dadurch eignet sich AURORA MICRO für jede Art von Anwendung, bei der die Eingangsanschlüsse geerdet werden müssen. Elektrolytfreie Kondensatoren erhöhen die Lebensdauer und Zuverlässigkeit des Produktes zusätzlich. Da jedes Paket bereits über einen proprietären, kabellosen Kommunikations‐Hub sowie eine Netzschnittstelle verfügt, lässt sich die Einheit einfach installieren. Bis zu zehn Mikro‐Wechselrichter können zu einem String verknüpft werden.

Solarserver: Mikroinverter und Power Optimizer scheinen sich als neuer Trend zu etablieren. Was spricht für diesen Ansatz?
Matthias Flamm: Unser zweites neues Produkt, der AURORA OPTI‐0.3 Power Optimizer, setzt wie der Mikroinverter auf der Modulebene an und erhöht dessen Energieausbeute. Ertragsoptimierer wie der AURORA OPTI‐0.3 sind die ideale Ergänzung für alle AURORA-Wechselrichter von Power‐One, da sie die Leistungsausbeute eines jeden Moduls in einem Feld optimieren.

Solarserver: Unter welchen Bedingungen ist das sinnvoll?
Matthias Flamm: Der AURORA OPTI‐0.3 nutzt die Gleichstrom‐Technologie, um den Ertrag jedes einzelnen Moduls innerhalb eines Strings zu maximieren, indem die Spannung für die spezifischen Wetterbedingungen optimiert wird. Darüber hinaus hilft das Gerät, Ausfälle durch eine partielle oder temporäre Verschattung oder eine schlechte Modulanordnung zu minimieren.

Solarserver: Rechnet sich das auch? Kürzlich sprachen Marktforscher davon, die Vorzüge von Leistungsoptimierern und Modulwechselrichter seien "obscured by hype"?
Matthias Flamm: Der Einsatz von Mikro‐Wechselrichtern und Power Optimizern lohnt sich nur dann, wenn es die spezifischen Rahmenbedingungen erfordern, beispielsweise bei "schwierigen" Dächern.
In gut geplanten und sachkundig umgesetzten privaten Aufdachanlagen beispielsweise sorgt die neue Generation unserer einphasigen Wechselrichter UNO‐2.0 und UNO‐2.5 für verbesserte Energieausbeute: Durch ein schnelles MPPT und Echtzeit‐Nachführung und mit einem Wirkungsgrad von bis zu 96,3 Prozent.

Solarserver: Nun zu einem anderen Thema. Im verschärften Wettbewerb scheint die Marke eine zunehmend wichtige Rolle zu spielen. Power‐One wurde in kürzester Zeit Nummer zwei auf dem globalen Markt – ohne Sponsoring von Sportveranstaltungen und Staraufgebot in Werbespots. Wie rücken Sie näher an den Kunden?
Matthias Flamm: Zunächst setzen wir auf etablierte Vertriebsstrukturen und den Installateur als Mittler zwischen Hersteller und Anwender. Mit unserer neuen Produktkategorie AURORA Vision unterstützen wir sowohl den Installateur als auch die Anlagenbetreiber dabei, den ROI (Return of Investment) sowie den Informationsaustausch zwischen Anwender und Anlage zu verbessern. Mit Software, Hardware und Zubehör maximiert AURORA Vision die Energieausbeute und minimiert gleichzeitig die Kosten. Das steht nach wie vor im Mittelpunkt. Als traditionsreicher Komponentenhersteller der Windenergie- und Photovoltaik-Branche, der seit Langem im B2B-Sektor erfolgreich ist, arbeiten wir aber auch an einem intensivierten Branding für den Endkunden.
Power_one präsentierte auf der Intersolar Europe die neue Generation der einphasigen AURORA UNO‐2.0 und UNO‐2.5 Geräte (rechts) sowie die Dreiphasen‐Wechselrichter AURORA TRIO‐27.6 und TRIO‐20.0 (links)

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