„Blauer Engel“: Öko-Institut definiert Kriterien für Photovoltaik-Wechselrichter

Um Solarstrom möglichst ohne Verluste ins Stromnetz einzuspeisen, braucht es effiziente Wechselrichter. Das Öko-Institut e.V. (Berlin) hat nun Kriterien entwickelt, wann diese das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ erhalten dürfen: Sie müssen dafür einen besonders hohen Wirkungsgrad von mindestens 95% erreichen, berichtet das Institut in einer Pressemitteilung.

Das bedeutet, dass maximal 5% der auf dem Dach erzeugten Energie bei der Umwandlung von Gleich- auf Wechselstrom verloren gehen dürfen.
„Jede Kilowattstunde (kWh) Solarstrom ist kostbar und darf nicht durch unnötige Umwandlungsverluste verschwendet werden“, erläutert Jens Gröger, Projektleiter im Projekt Top 100, die Bedeutung dieser Produktgruppe.

„Blaue Engel"-Wechselrichter sollten energieeffizient, schadstoffarm und recyclingfähig sein
Solarstrom spielt bei der Energiewende eine wichtige Rolle. Photovoltaik-Wechselrichter, die den „Blauen Engel" erhalten wollen, sollten deshalb besonders energieeffizient, aber auch schadstoffarm und recyclingfähig sein.
So dürfen sie nur sehr wenig Energie für den Eigenbetrieb verbrauchen und müssen dazu beitragen, das Stromnetz zu stabilisieren. Da die Produktion der Solarenergie jahres- und tageszeitbedingt schwankt, müssen „Blaue Engel"-Wechselrichter Aufgaben im Netzmanagement übernehmen.

Verzicht auf Blei, Cadmium, Quecksilber und Chrom
Modelle, die sich für den „Blauen Engel" qualifizieren, müssen auf problematische Stoffe wie Blei, Cadmium, Quecksilber und sechswertiges Chrom verzichten. Die Hersteller verpflichten sich freiwillig, diese Stoffe nicht in Gehäuse oder Elektronik einzusetzen.
Sie entsprechen damit der EU-Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (RoHS), die derzeit noch nicht verpflichtend für Photovoltaik-Produkte gilt.

Neue Anforderungen an Lärm, Garantie und Recycling
Auch weitere Qualitätsaspekte wie ein besonders leiser Betrieb und ein kostenfreier Garantie- und Recyclingservice müssen die künftigen Anwärter auf den „Blauen Engel" erfüllen. So dürfen die Geräte einen maximalen Schallleistungspegel von 55 dB(A) nicht überschreiten. Hersteller müssen defekte Teile innerhalb der fünfjährigen Garantiefrist durch einen kostenfreien Vor-Ort-Service innerhalb von 48 Stunden austauschen sowie kaputte Wechselrichter unentgeltlich zurücknehmen.
„Die Kriterien sind bestens geeignet, dass Investoren von Solaranlagen besonders energieeffiziente und umweltfreundliche PV-Wechselrichter im Markt erkennen können“, fasst Gröger zusammen. „Damit setzen sich beste Geräte durch und tragen nicht zuletzt dazu bei, dass die Anlagen auch wirtschaftlich arbeiten.“

14.04.2012 | Quelle: Öko-Institut e.V. | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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