dena-Chef Kohler: Befriedung der Strompreisdiskussion ist richtig; Photovoltaik-Anlagen in geplante Kürzungen einbeziehen

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Es ist wichtig, dass die Strompreisdiskussion befriedet wird, sonst würden wir die Akzeptanz für die Energiewende gefährden“, kommentiert Stephan Kohler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena), den Vorschlag der Bundesministerien für Umwelt und Wirtschaft zur Dämpfung der Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Grundsätzliche Reform des EEG erforderlich
„Die vorgeschlagenen Maßnahmen ersetzen aber nicht eine grundsätzliche Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Diese muss als Nächstes folgen, damit Deutschland langfristig Planungssicherheit für die erneuerbaren Energien und den Umbau des Energiesystems gewährleisten kann“, betont Kohler.

Kohler fordert weitere Kürzung der Solarstrom-Förderung
Die von Bundesumweltminister Altmaier (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Rösler (FDP) vorgeschlagenen Maßnahmen bewertet Kohler unterschiedlich.
„Die angekündigte Kürzung der Förderung für Bestandsanlagen um 1,5 Prozent für ein Jahr ist aus Sicht der dena akzeptabel; das gleiche gilt für die Kürzung der Einspeisevergütung für neue Windkraftanlagen auf 8 Cent pro Kilowattstunde“, sagt Kohler.
Nicht nachvollziehbar sei jedoch, dass Photovoltaik-Anlagen von den Kürzungen ausgenommen sein sollen. Der massive Zubau von Photovoltaik in den letzten Jahren habe genau zu dem starken Anstieg der EEG-Umlage beigetragen. „Das sollte korrigiert werden“, fordert Kohler.

„Ausnahmeregelungen für energieintensive Unternehmen, die global konkurrieren, sollten bestehen bleiben“
Wie der Anstieg der EEG-Umlage gesetzlich festgeschrieben werden soll, bei dem derzeit bestehenden EEG mit Anschlusszwang und Abnahmeverpflichtung, sei noch zu klären. Im Moment wären diese Regelungen noch nicht miteinander vereinbar.
„Die Rücknahme der Befreiung für Unternehmen, die nicht im intensiven internationalen Wettbewerb stehen, ist richtig. Die Ausnahmeregelungen für energieintensive Unternehmen, die global konkurrieren, sollten aber bestehen bleiben“, fordert Kohler. Hier müsse auch die internationale Entwicklung der Energiepreise berücksichtigt werden.
In den USA lägen die Energiepreise zum Beispiel um 60 bis 65 Prozent niedriger als in Deutschland. Die Anhebung der Mindestumlage für diese Unternehmen sei falsch und werde sich negativ auf den integrierten Industriestandort Deutschland auswirken.
In einem Interview mit Deutschlandradio Kultur vom 15. Februar hat Stephan Kohler ebenfalls die aktuelle Strompreisdebatte kommentiert: www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/2011575/


18.02.2013 | Quelle: dena | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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