Solarthermie neue Wärmequelle für Dettenhausen

T Herren in Anzügen vor einem Bildschirm, der eine Präsentation der Stadtwerke Tübingen und Riter Energie zeigt.Foto: Stadtwerke Tübingen
Gemeinsam für Solarthermie im Wärmenetz: Vertreter der Stadtwerke Tübingen und Ritter Energie.
Die Stadtwerke Tübingen versorgen die Gemeinde Dettenhausen künftig mit Solarwärme als Ergänzung zu einem neuen Erdgas-BHKW. Dafür haben sie das Wärmenetz einer insolventen Energiegenossenschaft übernommen.

Die Solarthermie wird zur neuen Wärmequelle für Dettenhausen. Das gilt zumindest für die ehemaligen Kunden der örtlichen Wärme-Energiegenossenschaft der Gemeinde am Rande Tübingens. Diese hatte im Mai 2019 Insolvenz angemeldet. Die Stadtwerke Tübingen haben daraufhin das Wärmenetz erworben. Das neue Konzept für die 51 Abnehmer sieht nun als Grundlast den Bau eines neuen Blockheizkraftwerkes auf Basis von Erdgas vor. Dazu kommt die Installation einer neuen Solarkollektoranlage. Sie soll 16 Prozent der Wärme beisteuern.

„Wir planen mit dem Aufbau der neuen Energiezentrale auch den Ausbau des Wärmeabsatzes“, sagt Stadtwerke-Sprecher Ulrich Schermaul. Die Dimension der Solarthermieanlage steht allerdings noch nicht genau fest. „Die Entwicklung des Gesamtsystems wird bis Ende des Jahres in Anspruch nehmen. Dann rechnen wir auch mit dem Baubeginn.“ Perspektivisch soll auch Biomasse zur Wärmegewinnung beitragen.

Insolvent mit Holzhackschnitzeln

Die neue Energiezentrale entsteht in Dettenhausen auf dem Gelände der Firma Ritter Energie- und Umwelttechnik. Das Unternehmen, mit seiner Sparte Ritter XL solar einer der führenden Anbieter von netzeinspeisender Solarthermietechnik, übernimmt dabei auch den Bau der Solarwärmeanlage. Geschäftsführer Moritz Ritter sieht insgesamt gute Chancen, den Wärmeabsatz zu steigern. So könne sich Dettenhausen mittelfristig zum Bioenergiedorf mausern. Dabei handelt es sich um Gemeinden, die lokal mindestens so viel Strom und Wärme erzeugen, wie sie selbst benötigen.

In der Vergangenheit hatte eine Holzhackschnitzelheizung mit ORC-Technologie das Wärmenetz versorgt. Doch offenbar war das nicht kostendeckend, so dass zunächst der Versorger ausfiel und später die Genossenschaft Insolvenz anmelden musste. Die provisorische Wärmeversorgung übernimmt seitdem ein mobiler Heizölkessel. Mit der neuen Energiezentrale sollen die CO2-Emissionen inklusive Solarthermieanlage künftig aber wieder deutlich sinken: auf 110 Gramm je Kilowattstunde Wärme.

Solarthermie auch für Fernwärme in Tübingen denkbar

Die Stadtwerke Tübingen könnten die Solarthermie künftig auch für ihre Fernwärmeversorgung in der Stadt einsetzen. „Wir prüfen das derzeit“, so Sprecher Schermaul. Bisher verwenden die Schwaben für ihre Wärmeversorgung Erdgas und Klärgas in Blockheizkraftwerken. Künftig kommt noch Abwärme aus einem Textilbetrieb dazu.

24.1.2020 | Quelle: Stadtwerke Tübingen | solarserver.de
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