Einheitliche Berechnung für Windlasten von PV-Anlagen

Flachdach mit Photovoltaikmodulen.Foto: stock.adobe.com / Achim Banck
Auf Flachdächern gilt es bei der Montage von PV-Modulen die Windlasten zu berechnen.
Die Solarbranche hat sich auf vereinheitlichte Berechnungsmethoden für Windlasten von Solarstromanlagen auf Flachdächern geeinigt. Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW) hat diese veröffentlicht.

Eine einheitliche Berechnung für Windlasten von PV-Anlagen hat bislang gefehlt. Nun haben sich Branchenvertreter unter der Leitung des BSW darauf verständigt. Der Verband hat die Einigung in einem neuen Hinweispapier publiziert, das er zudem am 11. Mai 2021 in einem Webinar vorstellt. 

Photovoltaikanlagen auf Flachdächern werden in der Regel nur durch ihr Eigengewicht und zusätzlichen Ballast an Ort und Stelle gehalten, vor allem um die Dachhaut nicht zu beschädigen. Dabei muss der Planer allerdings oft zwischen der Sicherheit gegen Windsog und der Tragfähigkeit des Daches abwägen. Damit der Wind die Solaranlagen nicht vom Dach weht, sollten sie zum einen möglichst schwer sein. Um bei einer eingeschränkten Tragfähigkeit des Daches jedoch möglichst viele Solarmodule auf dem Dach installieren zu können, sollte die Anlage zum anderen auch möglichst leicht sein.

Bisher keine Norm

Für den Planer kommt erschwerend hinzu, dass es in Deutschland keine Norm für die Berechnung von Windlasten für PV-Anlagen auf Flachdächern gibt. Die Hersteller der Montagesysteme lassen für ihre Produkte daher Windkanalversuche durchführen und die Kennzahlen für den auftretenden Windsog ermitteln. Doch auch mit diesen Werten fiel der berechnete Ballast für ähnliche Anlagen in der Vergangenheit sehr unterschiedlich aus.

In der Arbeitsgruppe Bautechnik des BSW haben sich deshalb die führenden Montagesystemhersteller mit Windkanalgutachtern für Photovoltaik-Flachdachsysteme an einen Tisch gesetzt und jetzt auf einheitliche Berechnungsmethoden verständigt. „Ich freue mich, dass es damit gelungen ist, die Unsicherheiten, die bisher bei der sicheren Auslegung von Flachdachsolaranlagen herrschten, zu beseitigen“, sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

Hinweispapier erhältlich

Die Ergebnisse der Experten-Abstimmungen sind in das „Hinweispapier zur Bemessung von Montagesystemen auf Grundlage von Windkanalversuchen“ eingeflossen. Darin werden Hinweise zur sicheren Auslegung von sogenannten ballastierten Solaranlagen auf Flachdächern und leicht geneigten Schrägdächern gegeben. 

Folgende Inhalte finden Sie in dem Hinweispapier, das sich an Planer, Projektierer und Installateure richtet:
–    Sicherheitskonzept und Sicherheitsbeiwerte nach EN 1990
–    Erforderliche Nachweise
–    Welche Modulblockgröße und Modulbereiche zu betrachten sind
–    Lastumlagerung lokaler hoher Windsogkräfte durch den Systemverbund
–    Ermittlung des Systemverbundes mittels Versuchen
–    Aufbau, Auswertung und Dokumentation von Windkanalversuchen
–    Beispielrechnung zur Ballastermittlung

Das „Hinweispapier zur Bemessung von Montagesystemen auf Grundlage von Windkanalversuchen“ steht ab sofort im BSW-Shop  zum Download bereit.

Außerdem stellt der BSW die Arbeitsergebnisse gemeinsam mit den Autoren des Hinweispapiers in einem Webinar am 11.05.2021, das der BSW mit Unterstützung der Messe Intersolar Europe durchführt.

30.3.2021 | Quelle: BSW | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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