Smarte Sektorenkopplung: BMWK fördert Reallabor JenErgieReal

In Jena ist das vom BMWK geförderte Reallabor JenErgieReal gestartet.Grafik: Tierney /stock.adobe.com
Das Reallabor JenErgieReal soll Lösungen für eine CO2-freie Strom- und Wärmeversorgung im urbanen Raum aufzeigen.
In Jena ist das vom BMWK geförderte Reallabor JenErgieReal gestartet. Elektrische Großspeichersysteme, Photovoltaik- und Solarthermieanlagen sollen strategisch in Jena verteilt und über eine virtuelle Plattform verbunden werden.

Mit dem Reallabor JenErgieReal will man in Jena neue Lösungen für eine nachhaltige Strom- und Wärmeversorgung im urbanen Raum aufzeigen. Die intelligente Kopplung der verschiedenen Akteure im Energiesystem der Großstadt soll eine flexible, netzdienliche Steuerung der Lasten im Stromnetz ermöglichen. „Durch smarte Sektorenkopplung ist Jena eine Blaupause für urbane Energiesysteme in ganz Deutschland“, sagt Stefan Wenzel, Parlamentarischer Staatssekretär des BMWK. „Die Reallabore der Energiewende leisten einen entscheidenden Beitrag zur technologischen Umsetzung der Energiewende und verhelfen vielversprechenden Ideen Marktreife zu erreichen. Mit den Reallaboren, wie auch in Jena werden wichtige Bausteine für große industrielle Investitionsanstrengungen in nachhaltige Technologien gelegt.“

Für das Reallabor JenErgieReal will man elektrische Großspeichersysteme sowie Photovoltaik– und Solarthermieanlagen strategisch in Jena verteilen und über eine virtuelle Plattform verbinden. Die Standorte bilden dabei verschiedene Sektoren des Energiesystems der Stadt ab. Quartiersspeicher sowie netzdienliche Speicher will man mit Ladesäulen oder Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung kombinieren. Zudem will man Elektrofahrzeuge als kurzzeitige, bewegliche Energiespeicher sowie einen Gewerbespeicher zur Schnellladung in das System integrieren. Die beim Schnellladeprozess entstehenden Wärmeverluste will man nutzbar machen und in einem dezentralen Wärmesystem zur Verfügung stellen. Darüber hinaus werden neben den technischen Aspekten des Reallabors Verbesserungspotentiale der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingen abgeleitet und die gesellschaftlichen und sozialen Aspekte einer zukunftsgerechten, integrierten Stadtentwicklung mitbetrachtet.

Insgesamt fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz die ausführenden Partner von JenErgieReal mit rund 20,56 Millionen Euro. Diese Partner sind die Stadtwerke Jena Netze GmbH, die Stadtwerke Energie Jena Pößneck, jenawohnen GmbH, Metrona Union GmbH, die Stadt Jena, der AWO Regionalverband Mitte-West-Thüringen e.V., die Ernst-Abbe-Hochschule Jena und die Westsächsische Hochschule Zwickau. Die Reallabore der Energiewende sind Teil des 7. Energieforschungsprogramms, mit dem die Bundesregierung Unternehmen und Wissenschaft bei der Entwicklung zukunftsweisender Energietechnologien unterstützt.

4.11.2022 | Quelle: BMWK | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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