Preise für Fernwärme aus Geothermie in Bayern sinken

Das Praxisforum Geothermie Bayern hat zum Jahreswechsel aktuelle Preise in bayerischen Wärmenetzen erfasst. Wer Wärme aus Geothermie nutzt, kann sich demnach auf sinkende Preise freuen.

Die bereits feststehenden Preise für die Heizperiode 2024/25 zeigen im Schnitt eine Preissenkung von fast 6 Prozent für Wärme aus Geothermie, heißt es in der Pressemitteilung. „Der Wärme aus Geothermie gehört die Zukunft, weil sie sowohl ein lokal verfügbare Energiegewinnung ist als auch eine langfristig preisstabile Art des Heizens“, sagt der Veranstalter des Praxisforums Geothermie Bayern, Jochen Schneider.

Unterhaching: Preise sinken um fast 15 Prozent

Besonders stark sinken die Preise für Wärme aus Geothermie demnach in drei Gemeinden südlich von München. Ganz vorn liegt Oberhaching: Dort sinkt der Preis bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh um 2,43 Cent pro kWh. Das entspricht einem Rückgang von 14,7 Prozent beziehungsweise Einsparung für die Verbraucher von mehr als 480 Euro im Vergleich zur Heizperiode 2023/24 entspricht.

Ebenfalls im zweistelligen Prozentbereich liegen die Einsparungen in Grünwald (minus 11,7 Prozent) und Holzkirchen (minus 11,3 Prozent). In absoluten Zahlen müssen die Haushalte dort rund 360 beziehungsweise 430 Euro weniger bezahlen. Immerhin mehr als 200 Euro sparen sich die Fernwärmekunden außerdem in Ismaning (minus 5,9 Prozent).

Zum Bild gehören auch steigende Preise in bisher zwei Wärmenetzen. In Pullach stiegen die Preise um 3,4 Prozent, in Waldkraiburg um 5 Prozent. Mit jährlichen Mehrkosten von rund 100 Euro bei 20.000 kWh hält sich die absolute Steigerung allerdings in Grenzen. Hinzu kommt, dass der neue Preis in Waldkraiburg bei 12,3 Cent pro kWh liegt. Das ist laut Praxisforum Geothermie Bayern weiterhin der günstigste Preis für Wärme aus Geothermie im ganzen Freistaat. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bleibt dort bei den Heizkosten unter der 2500-Euro-Marke.

Marktübersicht der Fernwärme-Preise für Geothermie soll folgen

„Die bestehenden Unterschiede bei den Fernwärmepreisen resultieren dabei aber weniger aus den Kosten für die Wärmeerzeugung durch Geothermie, sondern vor allem aus den Transportkosten für die Wärme“, sagt Schneider. Kann ein Versorger auf ein bestehendes Netz zugreifen, sind die Preise in der Regel günstiger. Wo das Fernwärmenetz erst gebaut wird, wird es teurer. Eine ausführliche Marktübersicht will das Praxisforum Geothermie Bayern veröffentlichen, sobald alle Fernwärmepreise für das Jahr 2025 bekannt sind.

Insgesamt gibt es in Bayern mittlerweile 20 Wärmenetze mit Geothermie, die gut 130.000 Haushalte mit Wärme beliefern. Das ist fast die Hälfte der derzeit 44 Tiefengeothermie-Anlagen in ganz Deutschland. Das liegt vor allem an den günstigen Bedingungen im süddeutschen Molassebecken, in dem sich das größte Heißwasservorkommen in Mitteleuropa befinden soll. Zudem ist der Untergrund sehr durchlässig und gut bekannt, was das Fündigkeitsrisiko reduziert. Die Geothermie-Anlagen in Bayern lieferten zuletzt innerhalb eines Jahres 2,8 TWh Wärme. Laut Masterplan Geothermie könnte Bayern bis zu 40 Prozent seines gesamten Wärmebedarfs aus der Tiefe des Bodens decken. Dabei punktet die Geothermie mit einer hohen Versorgungstabilität, da sie von Witterung und Weltpolitik unabhängig ist. Weitere interessante Gebiete sind das Norddeutsche Becken und der Oberrheingraben. Erst seit wenigen Jahren geht der Ausbau der Fernwärme mit Geothermie außerhalb von Bayern nennenswert voran, wie Berichte auf dem Solarserver zeigen. Eine Vereinfachung der Genehmigungen ist geplant, aber ob sie noch umgesetzt wird vor der Neuwahl ist ungewiss.

Besonders interessant ist die Preisbilanz im Vergleich zu fossilen Brennstoffen. Die Emissionskosten für eine Tonne CO2 steigen zu Anfang Januar von 45 auf 55 Euro. Laut Praxisforum Geothermie führt das bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh zu Mehrkosten von 48 Euro brutto beim Heizen mit Erdgas und um 63 Prozent bei Heizöl. Zusätzlich muss man mit Preissteigerungen für den eigentlichen Brennstoff rechnen.

Das Praxisforum Geothermie Bayern findet seit 2013 statt und hat sich als unabhängiges Branchentreffen für Süddeutschland etabliert. Der Termin für das Jahr 2025 ist der 22. bis 24. Oktober.

Quelle: Praxisforum Geothermie Bayern | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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