Artgerechte Tierhaltung im Solarpark: Neues Konzept von Münch Energie
Foto: Münch Energie Der Projektentwickler Münch Energie hat ein Doppelnutzungskonzept für Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit artgerechter Tierhaltung vorgestellt. Das TierwohlPV genannte Konzept soll eine Weiterentwicklung innerhalb des Agri-PV-Segments sein, die Tierhaltung und Energiegewinnung ohne massive wirtschaftliche Hürden vereint. Der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit soll dabei die konstruktive Effizienz bieten.
Aktuelle Marktdaten haben erhebliche wirtschaftliche Hürden für klassische Agri-PV-Projekte ergeben. Wie das pv magazine kürzlich berichtete, können Agri-PV-Anlagen je nach technischer Ausführung bis zu 148 Prozent höhere Investitionskosten verursachen als herkömmliche Freiflächenanlagen. TierwohlPV soll daher dort ansetzen, wo klassische Agri-PV-Modelle oft an ökonomische Grenzen stoßen. Im Unterschied zu hochaufgeständerten Speziallösungen, die einen massiven Materialeinsatz für die Befahrbarkeit mit schweren Landmaschinen erfordern, basiert TierwohlPV auf eine Integration der Tierzucht in bewährte Freiflächenstrukturen. Da für die Weidewirtschaft keine Durchfahrtshöhen für Traktoren unter den Solarmodulen nötig sind, bleibt die bauliche Komplexität gering und die installierte Photovoltaik-Leistung pro Hektar hoch. So soll die Struktur nah an klassischen Solarparks bleiben, während die landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleibt.
Artgerechte Tierhaltung im Solarpark steigert Akzeptanz für Agri-PV
Für Banken, institutionelle Investoren und Joint-Venture-Partner soll das Konzept Vorteile bieten. Es soll für ökonomische Stabilität sorgen, durch die diversifizierte Erlösstruktur durch langfristig planbare Stromerträge bei gleichzeitigem Erhalt der landwirtschaftlichen Wertschöpfung. Der Fokus auf artgerechte Tierhaltung soll eine hohe Akzeptanz bei Kommunen und Bürger:innen garantieren. Zudem soll das Konzept bei der Präsentation auf der Internationalen Grünen Woche 2025 auf großes Interesse bei Vertretern aus Politik und Landwirtschaft gestoßen sein, da es eine konkrete Antwort auf die drängenden Fragen der Flächenkonkurrenz liefert.
In der praktischen Anwendung deckt TierwohlPV laut Münch Energie bereits ein breites landwirtschaftliches Spektrum ab. Besonders die Rinderhaltung stellt dabei ein zentrales Segment dar, da die Tiere die PV-Anlagen als natürlichen Witterungsschutz und Schattenspender nutzen, während die Beweidung die Flächenpflege effizient sicherstellt. Die Systemarchitektur wird dabei tierartspezifisch angepasst – von verstärkten Schutz- und Leitstrukturen bei Rinder- und Schafprojekten bis hin zu angepassten Konzepten für Geflügelhaltung. Ein Praxisbeispiel ist der Landwirt Ben Berthold vom Betrieb „Kulmbacher Weideschwein“, der Freilandschweine, Schafe und Alpakas auf den Flächen unter und zwischen den Photovoltaik-Modulreihen hält.
Münch Energie prüft derzeit aktiv den Ankauf weiterer großflächiger Projektrechte sowie den Aufbau strategischer Partnerschaften mit Joint-Venture-Partnern, um den TierwohlPV-Standard bundesweit weiter auszubauen. Der Fokus liegt dabei auf Agri-Photovoltaik-Projekten von mehreren hundert Hektar – einer Dimension, die Münch Energie bereits heute verwirklicht.
Quelle: Münch Energie | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH