Weitere Kritik am Netzpaket: Hamburger Energieunternehmen warnen vor Investitionsrisiken

Offener Brief gegen das Netzpaket: Logos der beteiligten Unternehmen vor einem weißen Hintergrund.Grafik: Max Solar GmbH
Netzpaket in der Kritik: Hamburger Energieunternehmen warnen vor Investitionsrisiken und Bürokratie. Unterstützung kommt aus Bayern.
Mehr als 20 Hamburger Energieunternehmen warnen vor wirtschaftlichen Folgen des geplanten Netzpakets. Für Projektierer, Investoren und Stadtwerke geht es um Planungs- und Investitionssicherheit beim Ausbau erneuerbarer Energien.

Eine breite Allianz aus Unternehmen und Verbänden hat sich mit einem offenen Brief an die Hamburger CDU gegen zentrale Regelungen im Entwurf des Netzpakets positioniert. Zu den Beteiligten zählen unter anderem MaxSolar, Energy Partners, LichtBlick, GP Joule, Nordex und Encavis. Sie sehen durch das Netzpaket den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien und den Wirtschaftsstandort Hamburg gefährdet.

Redispatch-Vorbehalt und Bürokratie im Fokus

Kritik entzündet sich insbesondere am vorgesehenen Wegfall von Entschädigungszahlungen bei sogenannten Redispatch-Maßnahmen (Abregelung von Anlagen zur Netzstabilisierung). Betreiber müssten Erlösausfälle künftig unter Umständen selbst tragen. Für Projektentwickler bedeutet das nach Einschätzung der Allianz ein erhebliches Investitionsrisiko.

Hinzu kommen geplante Sonderregelungen für die mehr als 850 Verteilnetzbetreiber. Die Allianz warnt vor steigender Komplexität, intransparenten Vorgaben und zusätzlicher Bürokratie. Für Energiewirtschaftsunternehmen könnten sich dadurch Planungsprozesse verlängern und Projekte verteuern.

MaxSolar-Chef Christoph Strasser spricht von einer Gefährdung der Planungs- und Investitionssicherheit in der gesamten Branche. Auch aus anderen Teilen der Energiewirtschaft kommt Kritik: Markus Krebber, Vorstandsvorsitzender von RWE, hatte den Entwurf bereits öffentlich beanstandet.

Alternativen zum Netzpaket

Statt zusätzlicher Hürden fordert die Allianz strukturelle Reformen. Genannt werden eine stärkere Digitalisierung und Flexibilisierung der Netze, intelligentes Lastmanagement, ein beschleunigter Speicherausbau sowie ein konsequenter Smart-Meter-Rollout.

Instrumente wie „Nutzen statt Abregeln“, transparente Netzausbauplanung und effizientere Anschlussverfahren seien aus Sicht der Unternehmen geeignet, Netzstabilität und Kosteneffizienz zu verbessern. Das Netzpaket setze hingegen falsche Anreize und verschiebe Risiken einseitig auf Anlagenbetreiber.

Bundesweite Initiativen formieren sich

Die Hamburger Initiative ist Teil einer breiteren Branchenbewegung. Parallel wurde eine vergleichbare Initiative in Bayern gestartet. Damit wächst der Druck auf die Politik, zentrale Elemente des Netzpakets nochmals zu überprüfen.

Für Projektierer, Investoren und kommunale Unternehmen dürfte das Netzpaket damit zu einem zentralen Faktor künftiger Investitionsentscheidungen werden.

Quelle: Max Solar GmbH | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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