Co2online veröffentlicht erstmals Photovoltaik-Stromspiegel

Eine Tabelle zeigt den Photovoltaik-Stromspiegel von Co2online.Grafik: Co2online
Der klassische Stromspiegel vergleicht den Stromverbrauch von Haushalten gleicher Personenzahl und soll zum Stromsparen animieren. Der neue Photovoltaik-Stromspiegel von Co2online soll Haushalten mit PV-Anlage eine Vergleichsgrundlage bieten.

Wie hoch ist der Stromverbrauch in Haushalten mit Photovoltaik-Anlage – mit und ohne E-Auto oder Wärmepumpe? Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft Co2online hat reale Verbrauchsdaten aus der Praxis ermittelt und daraus einen Photovoltaik-Stromspiegel erstellt. Dieser soll erstmals eine transparente Einordnung des tatsächlichen Stromverbrauchs von PV-Haushalten ermöglichen.

Warum ein eigener Stromspiegel für Photovoltaik-Besitzer nötig ist

Der klassische Stromspiegel bewertet den Stromverbrauch anhand der Stromrechnung. Für Haushalte mit Photovoltaik-Anlage greift dieses Prinzip jedoch zu kurz. Ihr Stromverbrauch setzt sich aus Netzstrom und selbst erzeugtem Solarstrom abzüglich der Einspeisung zusammen. Hinzu kommen neue Großverbraucher wie Wärmepumpen oder Elektroautos, die den Strombedarf deutlich erhöhen. Ein Vergleich mit Haushalten ohne diese Technik ist daher nicht sinnvoll.

„Mit dem Stromspiegel Photovoltaik machen wir sichtbar, was bisher im Dunkeln lag“, sagt Nadine Walikewitz, Projektleiterin bei Co2online. „Immer mehr Menschen erzeugen ihren Strom selbst. Damit sie bewusst und sparsam damit umgehen können, brauchen sie verlässliche Vergleichswerte. Genau die liefern wir jetzt.“

PV-Stromspiegel: Reale Daten statt theoretischer Annahmen

Die neuen Vergleichswerte hat man im Rahmen eines vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekts entwickelt. Analysiert haben die Autor:innen des Photovoltaik-Stromspiegels reale Stromverbrauchsdaten von Prosumer-Haushalten, also Haushalten, die Strom selbst erzeugen und verbrauchen. Sie haben dabei auch unterschiedliche Ausstattungen mit Wärmepumpen und E-Auto berücksichtigt.

Zudem differenziert der PV-Stromspiegel nach Haushaltsgröße. So liegt der mittlere Stromverbrauch eines 3- bis 4-Personen-Haushalts mit Photovoltaik-Anlage bei 3.700 Kilowattstunden pro Jahr. Verfügt derselbe Haushalt zusätzlich über eine Wärmepumpe, beträgt der mittlere Verbrauch 6.800 Kilowattstunden. Mit PV-Anlage, Wärmepumpe und E-Auto sind es bereits 9.000 Kilowattstunden jährlich.

Um den eigenen Stromverbrauch einzuordnen, wird der Strom aus der Stromrechnung mit dem selbst erzeugten Solarstrom zusammengerechnet und die eingespeiste Strommenge abgezogen. Den so ermittelten Jahresverbrauch kann man anschließend mit Haushalten ähnlicher Größe und Ausstattung vergleichen.

Solarstrom kann auch zu Mehrverbrauch führen

Die Auswertung zeigt: Eigener Solarstrom verändert das Verbrauchsverhalten. Die ständige Verfügbarkeit von selbst erzeugtem Strom kann dazu führen, dass Haushalte insgesamt mehr Strom verbrauchen – ein Phänomen, das Fachleute als Rebound-Effekt bezeichnen. „Photovoltaik ist ein zentraler Baustein der Energiewende“, so Walikewitz. „Aber sauber erzeugter Strom sollte trotzdem sparsam genutzt werden. Der Stromspiegel Photovoltaik hilft dabei, den eigenen Verbrauch realistisch einzuordnen und versteckte Mehrverbräuche zu erkennen.“

Der Photovoltaik-Stromspiegel richtet sich an Hauseigentümer:innen, die ihren Stromverbrauch besser verstehen und optimieren möchten. Wer weiß, ob der eigene Verbrauch gering, mittel oder hoch ist, kann gezielt nach Stromfressern suchen oder den Eigenverbrauch effizienter gestalten.

Für eine individuelle und detaillierte Analyse bietet Co2online auf der Website einen StromCheck und für Haushalte mit Wärmepumpe einen HeizCheck an. Die Organisation bietet auch einen PV-Wirtschaftlichkeitsrechner an.

Quelle: Co2online | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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