Netzpaket und AgNes-Verfahren: BDEW fordert Abstimmung zwischen BMWE und BNetzA
Illustration: gopixa / stock.adobe.comLetzte Woche kamen erste Überlegungen des Bundeswirtschaftsministeriums zu einem sogenannten Netzpaket in die öffentliche Diskussion. Parallel dazu läuft der Abstimmungsprozess zur Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom AgNes mit der Bundesnetzagentur. „Das Ziel ist klar: Bei der Energiewende können und sollen Kosten- und Systemeffizienzpotenziale erkannt und gehoben werden. Ein zentraler Hebel liegt in der Optimierung von Erneuerbaren und Netzausbau“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. „Hierzu liegen eine Reihe von Instrumenten von verschiedener Seite auf dem Tisch: Redispatch-Vorbehalt, flexibler Anschlussvertrag, regional differenzierter Baukostenzuschüsse, dynamischen Netzentgelte auch für Einspeiser.“
Die Instrumente wirken laut BDEW zum Teil in die gleiche Richtung und müssen in ihrer Wirkung und Kohärenz zusammen passen. Entscheidend sei, dass die gesetzten Anreize im Sinne der Kosteneffizienz wirken und gleichzeitig eine verlässliche Basis für die Finanzierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien bieten. Wenn Banken die Risiken bei Erneuerbaren Energien-, Speicher- und Kraftwerksprojekten nicht mehr gesichert kalkulieren können, würden die Finanzierungskosten drastisch steigen.
„Es müssen dringend Lösungen gefunden werden, die den Netzausbau beschleunigen, die Netze in Engpassregionen entlasten und gleichzeitig den Erneuerbaren-Ausbau entlang der gesetzlichen Ausbaupfade ermöglichen.“, sagt Andreae. „Dazu müssen zudem einfach umzusetzende Flexibilitätspotenziale genutzt werden.“
Fest steht laut BDEW, dass das Konzept der Bundesnetzagentur zu dynamischen Netzentgelten für Erzeuger und Verbraucher den Praxistest nicht besteht. „Der Vorschlag ist gut gemeint, aber überkomplex und nicht geeignet, um die gewünschte Entlastung der Netze herbeizuführen. In dieser Bewertung ist sich die Branche einig“, so Andreae. „Die Aufgabe an sich ist schon komplex, die Tatsache, dass wir zwei Taktgeber haben, macht es nicht einfacher. Bundeswirtschaftsministerium und Bundesnetzagentur müssen ihre Vorhaben dringend aufeinander abstimmen und mit der Branche den Nutzen und die Umsetzbarkeit besprechen. Wir brauchen eine verlässliche Orchestrierung der weiteren Schritte, ganz im Sinne eines kosteneffizienten Gesamtsystems.“
Quelle: BDEW | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH