Studie: Offshore-Windkraft für optimale Versorgung überbauen
Foto: halberg / stock.adobe.comEine Studie im Auftrag des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und des Bundesverbandes der Windenergie Offshore (BWO) empfiehlt, Offshore-Wind-Netzanbindungen maßvoll zu überbauen. Die Studie von Frontier Economics analysiere, so die Verbände, erstmals in einer wissenschaftlichen Gesamtbetrachtung die Netz- als auch die Erzeugungsseite im Offshore-Bereich.
Wie der BDEW mitteilte, liegen beim Offshore-Ausbau erhebliche Optimierungs- und Effizienzpotenziale. Diese ließen sich heben, wenn die Möglichkeiten einer flächenspezifischen Überbauung in volkswirtschaftlich sinnvollem Maße genutzt und gleichzeitig weniger dicht ausgebaut werde, um Abschattungseffekte zu reduzieren und höhere Vollaststunden zu erzielen.
Überbaung von fünf bis zehn Prozent
Die Studie von Frontier Economics kommt zum Ergebnis, dass die volkswirtschaftlich optimale Überbauung je nach Fläche bei circa fünf bis zehn Prozent über der Netzanschlusskapazität liegt. Die damit verbundene Abregelung von Strommengen betrage nur etwa drei bis vier Prozent. Je nach Gebiet und Szenario variiere dieser Wert. Er sei unter anderem abhängig vom konkreten Erzeugungsprofil, der Länge des Netzanschlusses und dem Verhältnis zwischen den Kosten des Offshore-Windparks und denen des Netzanschlusses.
„Jetzt ist die Bundesregierung gefordert, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, um bestehende Effizienzpotenziale zu heben”, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. “Bei der anstehenden Reform des Windenergie-auf-See-Gesetzes und Fortschreibung des Flächenentwicklungsplans müssen das Ausschreibungsdesign und die Flächenplanung so angepasst werden, dass eine volkswirtschaftlich optimale Überbauung je nach Flächencharakteristik möglich wird. Das bedeutet auch, dass die mit der Überbauung verbundenen, betriebswirtschaftlichen Mehrkosten der Offshore-Windparkentwickler durch die Vergabe zweiseitiger Contracts-for-Difference abgesichert werden müssen.” Das dafür notwendige parlamentarische Verfahren zur Reform des WindSeeG müsse bis zum Sommer beginnen, so Andreae. “Damit spätestens ab Januar 2027 ein neues, effizienteres Ausschreibungsverfahren in Kraft ist“.
Die Überbauung von Offshore-Wind-Netzanbindungen – also eine die Netzanschlusskapazität übersteigende installierte Windparkleistung – können im Offshore-Bereich ein wichtiges Instrument zur Effizienzsteigerung sein. Sie erhöhe die Auslastung der Netzanbindung und könne Systemkosten senken, führe jedoch in Erzeugungsspitzen zu Abregelungen. Deshalb sei es wichtig, das volkswirtschaftlich optimale Verhältnis zwischen Netz- und Erzeugungskosten sowie Erlösen flächenspezifisch zu ermitteln.
Quelle: BDEW | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH