BSW-Solar fordert faire Bedingungen für Batteriespeicher in Kraftwerksauktionen
Foto: corlaffra / stock.adobe.comEine Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich zum Ausgleich von Ökostrom-Schwankungen den Ausbau von Batteriespeichern. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov Ende März im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) durchgeführt hat. In der Umfrage unter 2.190 Wahlberechtigten rangierten bei den Antworten auf die Frage, wie diese Schwankungen in Deutschland in Zukunft verstärkt ausgeglichen werden sollen, Batteriespeicher mit 42 Prozent an erster Stelle und mit großem Abstand deutlich vor Erdgaskraftwerken (17%). Ebenfalls relativ hohen Zuspruch erfuhren Biomassekraftwerke (32%) und Wasserstoff-Gaskraftwerke (31%). Mehrfachnennungen waren möglich.
Reiche holt Hilfe von Gas-Lobby
Die Bundesregierung will hingegen Gaskraftwerke bevorzugen. Das Nachrichten-Magazin Spiegel hatte kürzlich berichtet, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche im Vorfeld der Kraftwerksstrategie beim Energiekonzern EnBW um Vorschläge ersucht hat, wie man Batteriespeicher in den geplanten Kraftwerksauktionen benachteiligen kann. Der BSW-Solar appelliert nun an die Bundesregierung, Speicherlösungen bei den anstehenden Auktionen zur Kraftwerksstrategie gleichberechtigt zu berücksichtigen.
„Batteriespeicher sind ein zentraler Baustein für ein kosteneffizientes, resilientes und klimaneutrales Energiesystem. Gegenüber neuen Erdgaskraftwerken bieten sie entscheidende Vorteile. Sie sind innerhalb kürzester Zeit verfügbar, vermeiden direkte CO₂-Emissionen im Betrieb und senken Systemkosten, indem sie erneuerbare Energien effizient integrieren und Netzengpässe reduzieren“, sagt Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar Carsten Körnig. „Zudem reagieren sie in Sekundenbruchteilen auf Netzschwankungen und stellen kostengünstiger als Gaskraftwerke und in größeren Mengen Momentanreserve bereit und erhöhen damit die Systemstabilität und die Versorgungssicherheit deutlich schneller und präziser als konventionelle Kraftwerke.“
Ausschreibung von flexibler Kraftwerkskapazität fair gestalten
Ein übermäßiger Ausbau von Erdgaskraftwerken würde nach Ansicht des BSW-Solar hingegen das Risiko langfristiger fossiler Lock-in-Effekte bergen sowie hohe Preisrisiken durch volatile Brennstoffkosten und zusätzliche Abhängigkeiten von Energieimporten. Die Bevorzugung von Erdgaskraftwerken gegenüber Batteriespeichern würde zu unnötig hohen Subventionen für die Reservekraftwerke führen und den Strom für Verbraucher verteuern, anstatt die Lücken mit günstig gespeichertem Strom aus Sonne und Wind zu füllen.
„Bei der Ausschreibung von flexibler Kraftwerkskapazität erwarten wir faire Wettbewerbsbedingungen, in denen sich die effizientesten und zukunftsfähigsten Technologien durchsetzen können. Batteriespeicher gezielt zu benachteiligen würde hingegen sowohl den Klimazielen als auch den ökonomischen und systemischen Anforderungen der Energiewende widersprechen“, so Körnig.
Die EU-Kommission hatte die deutsche Kraftwerksstrategie im Grundsatz freigegeben, allerdings unter der Bedingung, dass der Bund die geplanten zwölf Gigawatt an neuer Kraftwerkskapazität wettbewerblich und diskriminierungsfrei ausschreibt.
Quelle: BSW-Solar | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH