Westliche Wechselrichterhersteller sehen ausreichende Kapazitäten für den EU-Markt

Rückseite mehrerer Solarmodule in einem Solarpark. An den Modulen sind Wechselrichter montiert, die den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln.Foto: Romaset / stock.adobe.com
Rückseite von Solarmodulen mit montierten Wechselrichtern in einem Solarpark. Die Verfügbarkeit von Wechselrichtern rückt angesichts neuer EU-Fördervorgaben und der Debatte über Lieferketten stärker in den Fokus.
Die Produktionskapazitäten westlicher Wechselrichterhersteller reichen nach Angaben von S&P Global Energy aus, um den aktuellen Installationsbedarf der EU zu decken. Der European Solar Manufacturing Council (ESMC) verweist zudem auf eine langjährige Marktpräsenz westlicher Anbieter in Osteuropa und auf bestehende regulatorische Vorgaben der EU für geförderte Energieprojekte.

Produktionskapazitäten sollen den EU-Bedarf decken

Westliche Wechselrichterhersteller verfügen nach Angaben des ESMC bereits über ausreichende Produktionskapazitäten, um den europäischen Markt zu versorgen. Der ESMC stützt sich dabei auf Daten des Marktforschungsunternehmens S&P Global Energy. Demnach beträgt die Produktionskapazität für Wechselrichter in Europa rund 104 Gigawatt Wechselstrom (GWac). Hinzu kommen laut ESMC mehr als 120 GWac Produktionskapazität in Nord- und Südamerika sowie im asiatisch-pazifischen Raum ohne China.

Für den europäischen Markt stehen laut S&P Global Energy mehr als 53 GWac Produktionskapazität zur Verfügung. Dies entspreche nahezu dem Umfang der PV-Installationen in der EU im Jahr 2025. Nach Einschätzung des ESMC reichen die Produktionskapazitäten nicht-chinesischer Hersteller aus, um den derzeitigen Bedarf zu decken.

Auch sehen Leitlinien der Europäischen Kommission vor, dass EU-Finanzierungsinstrumente – darunter die Europäische Investitionsbank (EIB) und der Europäische Investitionsfonds (EIF) – nicht für Energieprojekte eingesetzt werden, die Wechselrichter entsprechender Anbieter verwenden.

Westliche Hersteller in Osteuropa etabliert

Des Weiteren zeige eine Umfrage unter sechs westlichen Wechselrichterherstellern eine etablierte Marktpräsenz in Osteuropa. Die Unternehmen verfügen demnach in acht Märkten über eine installierte Leistung von rund 14 GW sowie über rund 330 Vertriebs- und Servicemitarbeiter vor Ort oder im Fernbetrieb. Laut ESMC reicht die Präsenz der befragten Hersteller in der Region teilweise bis etwa ins Jahr 2010 zurück. Vertrieb und Service könnten innerhalb von etwa sechs Monaten ausgebaut werden.

Polen weist den Angaben zufolge mit 4.430 MW installierter Leistung die größte Präsenz der befragten Hersteller auf. Es folgen Ungarn mit 1.831 MW, die Tschechische Republik mit 1.468 MW und Rumänien mit 1.147 MW. Danach kommen Bulgarien mit 810 MW und die Slowakei mit 364 MW. Der Verband weist darauf hin, dass die Erhebung lediglich sechs Hersteller umfasst und weitere westliche Anbieter in der Region tätig seien.

Mehrkosten laut Analyse gering

Nach einer vom ESMC zitierten Analyse von Wood Mackenzie würde der Einsatz westlicher Wechselrichter die Kosten von Groß- und Gewerbeprojekten um etwa 2 Prozent erhöhen. Bei Strangwechselrichtern für private Solaranlagen beziffert die Analyse den Aufpreis auf 3 bis 4 Prozent.

Laut Verband decken die befragten Hersteller sämtliche Marktsegmente ab, von Wechselrichtern für private Dachanlagen bis hin zu Systemen für Gewerbe- und Freiflächenanlagen.

Regulatorischer Hintergrund

Die vom ESMC vorgelegten Daten erscheinen vor dem Hintergrund neuer EU-Vorgaben für öffentlich geförderte Energieprojekte relevant. Nach Angaben des Verbandes sollen Energieprojekte, die Wechselrichter von Anbietern aus als Hochrisikoländern eingestuften Staaten einsetzen, künftig von EU-Finanzierungsinstrumenten ausgeschlossen werden. Die Regelung könne demnach nicht durch Produktionsverlagerungen oder Tochtergesellschaften in Drittländern umgangen werden.

Ferner gelten laut ESMC die Vorgaben auch für EU-finanzierte Energieprojekte in Nachbarregionen wie Nordafrika und dem Westbalkan, sofern diese an das europäische Stromnetz angebunden sind. Sollten die Vorgaben in diesem Umfang umgesetzt werden, dürfte die Nachfrage nach Wechselrichtern nicht-chinesischer Hersteller in den betroffenen Projekten zunehmen.

Ergänzende Informationen sind hier zu finden und die ursprüngliche Pressemitteilung hier, beides auf Englisch.

Quelle: European Solar Manufacturing Council (ESMC) | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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