Großwärmepumpe Lüneburg: Abwasserwärme für Fernwärme

Foto: Hansestadt Lüneburg
Von links: Dr. Johannes Voges und Torsten Hausmann von der Avacon Natur, Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch und AGL-Geschäftsführer Lars Strehse.
Avacon Natur plant am Klärwerk Lüneburg eine Großwärmepumpenanlage mit rund 10,4 Megawatt Wärmeleistung. Ab Anfang 2030 könnte sie nach Unternehmensangaben bis zu 80 Prozent des Wärmebedarfs im Fernwärmenetz Lüneburg Mitte decken.

„Technisch funktioniert die Anlage vergleichbar mit einem umgekehrten Kühlschrank: Dem gereinigten Abwasser wird über Wärmetauscher zunächst Wärme entzogen, anschließend hebt die Großwärmepumpe das Temperaturniveau auf rund 95 Grad Celsius an”, erklärt Dr. Johannes Voges, Projektleiter bei Avacon Natur. Für die Energiezentrale sind zwei Großwärmepumpen mit jeweils etwa 5,2 Megawatt Heizleistung vorgesehen. Die erzeugte Wärme soll über eine neue Fernwärmetrasse in das bestehende Netz eingespeist werden.

Avacon Natur beziffert die Investition auf rund 34 Millionen Euro. Das Unternehmen entwickelt das Projekt gemeinsam mit der Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH (AGL) und der Hansestadt Lüneburg. Für die Anlage hat Avacon Natur eine Förderung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragt.

Großwärmepumpe Lüneburg soll 54 Gigawattstunden liefern

Die geplante Jahreserzeugung liegt nach Unternehmensangaben bei etwa 54 Gigawattstunden Wärme. Welche Annahmen der Berechnung des 80-Prozent-Deckungsanteils zugrunde liegen, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Der Wärmeentzug soll den Klärprozess nach Unternehmensangaben nicht beeinträchtigen. Die Energiezentrale wird zudem so geplant, dass sich spätere Ausbaustufen der Kläranlage berücksichtigen lassen. Durch die Einbindung der Abwasserwärme sollen im Fernwärmenetz die Anteile erneuerbarer Energien und unvermeidbarer Abwärme steigen. Zur derzeitigen Wärmeerzeugung im Netz sowie zur erwarteten CO₂-Minderung durch das Projekt liegen noch keine Zahlen vor.

Baubeginn für 2027 vorgesehen

Die Planungs- und Genehmigungsphase soll bis Ende 2026 dauern. Avacon Natur plant, 2027 mit dem Bau zu beginnen. Anschließend sollen die Anlagentechnik errichtet und die Verbindung zum Fernwärmenetz hergestellt werden. Nach Testbetrieb und Abnahme ist die Inbetriebnahme für Anfang 2030 vorgesehen.

Das Projekt erschließt eine langfristig verfügbare Wärmequelle für ein bestehendes Fernwärmenetz. Es befindet sich allerdings noch in der Planungs- und Genehmigungsphase. Auch über die beantragte Förderung ist noch nicht entschieden.

Prinzipdarstellung der Abwasserwärmenutzungsanlage “Wärme aus Abwasser” in Lüneburg – Grafik: Avacon

Quelle: Avacon AG | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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