FlexPower startet Strombelieferung für Rechenzentren

Zwei Männer im Gang eines Rechenzentrums zwischen Computer- oder Speicher-Racks hinter Glas, wobei das Foto im bläulichen Licht an eine Science-Fiction-Umgebung erinnert.Foto: jamesteohart / stock.adobe.com
Der hohe Strombedarf macht die langfristige Beschaffung von erneuerbarem Strom für Rechenzentren zu einem wichtigen Kosten- und Planungsfaktor.
FlexPower beliefert ab sofort Rechenzentren mit Grünstrom aus dem eigenen Wind- und Solarportfolio. Statt einer standardisierten Vollversorgung stellen sich Betreiber ihre Beschaffung selbst zusammen: aus mehrjährigen Festpreisen, flexiblem Marktbezug sowie physischen oder virtuellen Batteriespeichern. Die Gewichtung richtet sich nach dem Risikoprofil und der Wachstumsplanung.

Strom ist größter Kostenfaktor für Rechenzentren

Strom ist für Rechenzentren der mit Abstand größte laufende Kostenfaktor. Nach Angaben der German Datacenter Association macht er bis zur Hälfte der Betriebskosten aus, bei weiter steigendem Verbrauch durch KI- und Cloud-Anwendungen. Zugleich verpflichtet das Energieeffizienzgesetz Betreiber schon heute, mindestens die Hälfte ihres Stromverbrauchs bilanziell aus erneuerbaren Energien zu decken. Ab 2027 steigt die Quote auf 100 Prozent. Wer ein Rechenzentrum plant oder betreibt, braucht deshalb beides: verlässliche Strompreise über Jahre und nachweislich grüne Lieferung.

Baukasten aus Festpreisen, Markt und Speichern

FlexPower kombiniert dafür mehrere Bausteine. Ein Teil des Verbrauchs wird über Power Purchase Agreements und Festpreisvereinbarungen für mehrere Jahre preislich fixiert, der Rest flexibel am kurzfristigen Strommarkt beschafft. Gegen Preisspitzen soll laut Unternehmen ein Batteriespeicher absichern – entweder physisch am Standort oder als virtuelle Batterie. Bei Letzterer handelt es sich um ein Handelsprodukt, das die Bewirtschaftung eines Speichers nachbildet: Innerhalb von 24 Stunden wird Strom in der günstigsten Stunde gekauft und in der teuersten verkauft. Die Herkunftsnachweise für den Grünstrom sollen nach Unternehmensangaben direkt aus dem eigenen Direktvermarktungsportfolio stammen, nicht aus zugekauften Zertifikaten. Wie die Bausteine gewichtet werden, entscheidet der Betreiber; ein Standardpaket gibt es nach Angaben von FlexPower nicht.

Speicher und flexible Rechenlasten

Ein physischer Batteriespeicher am Standort kann laut FlexPower zusätzlich Lastspitzen kappen und Verbrauch in günstigere Zeitfenster verschieben, was die Netzentgelte senken soll. Nicht benötigte Speicherkapazität will das Unternehmen an den Spotmärkten vermarkten. An Standorten mit begrenztem oder verzögertem Netzanschluss könnten Speicher zudem Lastspitzen abpuffern und so mehr Rechenleistung am vorhandenen Anschluss ermöglichen.

Gemeinsam mit Partnern aus dem Rechenzentrum-Ökosystem will FlexPower künftig auch zeitlich verschiebbare Rechenaufgaben in die Optimierung einbeziehen. Diese sollen dann auf Preissignale reagieren und die Netze entlasten. Konkrete Projekte, Partner oder einen Zeitplan nennt das Unternehmen bislang nicht.

„Für Betreiber und ihre Banken zählt nicht nur der Strompreis, sondern auch die Frage, ob der Lieferant seine Zusagen über die gesamte Laufzeit einhalten kann“, sagt FlexPower-CEO Max Amir Dieringer. Für langfristige Preis- und Strukturzusagen verweist das Unternehmen auf seine Zugehörigkeit zur Citadel-Gruppe.

Die Citadel FlexPower GmbH mit Sitz in Hamburg handelt mit erneuerbaren Energien und beliefert Industrie- und Gewerbekunden mit Strom. Seit 2025 gehört FlexPower zur globalen Citadel-Gruppe.

Quelle: Citadel FlexPower GmbH | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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