ZSW: Mehr Vögel vor Kollision mit Windrädern schützen

Mobile Messeinheit am Windpark mit Solarstrommodulen.Foto: ZSW
Das mobile Anti-Kollisionssystem des ZSW erfasst im Windpark Daten zu auftretenden Vogelarten, um die Tiere besser zu schützen.
Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) erweitert sein Anti-Kollisionssystem zum Schutz von Vögeln vor Windenergieanlagen. Künftig sollen so neben dem Rotmilan auch Zusammenstöße anderer Arten minimiert werden.

In den Diskussionen um den Ausbau von Windenergieanlagen gilt der Rotmilan als Paradebeispiel für eine zu schützende Spezies. Doch auch andere Vogelarten und Fledermäuse sollen künftig stärker vor Kollisionen mit Windrädern geschützt und berücksichtigt werden. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hat hierfür sein Anti-Kollisionssystem BirdRecorder weiterentwickelt. Wie das ZSW mitteilte, kann es neben dem Rotmilan auch andere Vogelarten und Fledermäuse erfassen und sei zudem mobil einsetzbar. In Kooperation mit dem Industriepartner ABO Energy starte nun eine Praxiskampagne in verschiedenen Windparks.

Der Bird- und BatRecorder 2.0 (kurz: BBR 2.0) sei eine Weiterentwicklung des Systems BirdRecorder. Dieses setze ein kamerabasiertes, modulares System ein. Langfristig soll das Anti-Kollisionssystem nicht nur für den Rotmilan, sondern auch für weitere Vogelarten und Fledermäuse funktionieren und so einen artenschutzgerechten Betrieb von Windenergieanlagen ermöglichen.

KI-Erfassung von Weißstorch, Rotmilan und Fledermaus

In der aktuellen Projektphase erprobt das ZSW die Sensorik und die KI-Auswertung unter realen Feldbedingungen. Ziel sei es, belastbare Trainings- und Validierungsdaten zur weiteren Systemoptimierung zu generieren. Dabei erweitern sie die KI-Modelle schrittweise auf weitere windkraftrelevante Arten. Hierzu gehören Weißstörche, Wespenbussarde, Weihen, weitere Greifvogelarten und Fledermäuse.

Für rund drei Wochen stellt das ZSW dafür den mobilen Trailer in einem Windpark auf. Das System überwache den Luftraum im Umfeld der Anlagen. Vögel im relevanten Beobachtungsbereich würden erfasst, und die Daten für wissenschaftliche Analysen sowie für das Training der KI genutzt. ABO Energy unterstütze die praktische Erprobung durch die Bereitstellung eines geeigneten Standorts und die Kommunikation mit den Betreibern der Windkraftanlagen. Dabei werde der Aufwand für die beteiligten Projektpartner und Windparkbetreiber bewusst geringgehalten.

„Mit dem Bird- und BatRecorder 2.0 bringt das ZSW KI-Forschung direkt ins Feld. Ein mobiler Trailer erfasst Vögel und Fledermäuse im Umfeld von Windenergieanlagen und liefert Daten, die künftig verlässlichere technische Antikollisionssysteme ermöglichen werden“, kommentiert der ZSW-Teamleiter für Simulation und Optimierung Dr. Frank Sehnke.

Die Trailer-Lösung sei dabei physisch und logisch vollständig von der Windenergieanlage getrennt. Die Stromversorgung sei über Photovoltaikmodule mit integriertem Batteriespeicher gesichert, die Datenanbindung über Mobilfunk. Hochauflösende Kameras erfassten im Tagbetrieb den Luftraum, während eine ergänzende Sensorik den Nachtbetrieb ohne störende Geräusche oder Blinken ermöglicht. Kritische Bereiche ließen sich technisch maskieren und als Privacy-Zonen ausblenden. Dadurch seien Daten von Personen, Fahrzeugen, oder bodennahe Betriebsabläufen geschützt und werden nicht aufgezeichnet.

Quelle: ZSW | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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