Solarzubau zieht im Sommer an – Windenergie bleibt unter Ausbaupfad
Grafik: BundesnetzagenturDie Bundesnetzagentur hat die Registerdaten zum Ausbau ausgewählter erneuerbarer Energien bis einschließlich August 2026 ausgewertet. Grundlage ist das Marktstammdatenregister mit Datenstand vom 14. September. Die Zahlen zum Nettozubau berücksichtigen Inbetriebnahmen abzüglich endgültiger Stilllegungen. Nachmeldungen können insbesondere die Werte der jüngsten Monate noch verändern.
Solarzubau: Freiflächenanlagen liefern mehr Leistung als Gebäudeanlagen
Im Juli erreichte der monatliche Nettozubau von Solaranlagen mit 1.854 MW den bislang höchsten Wert des Jahres 2026. Für August waren zum Datenstand 1.467 MW registriert. Die Bundesnetzagentur erwartet einschließlich Nachmeldungen für August rund 1.688 MW Nettozubau. Das läge knapp über dem dargestellten monatlichen Ausbaupfad von 1.649 MW.
Die Detaildaten zu den Inbetriebnahmen zeigen, welche Anlagenarten den Zubau tragen. Von Januar bis August 2026 gingen Freiflächensolaranlagen mit zusammen 6,27 GW Leistung in Betrieb, Gebäudesolaranlagen mit 4,69 GW. Hinzu kamen 295.179 steckerfertige Solaranlagen mit insgesamt rund 410 MW. Bei den neu in Betrieb genommenen Freiflächensolaranlagen lag Bayern mit 1,73 GW vorn. Nordrhein-Westfalen führte bei Gebäudesolaranlagen mit 959 MW und bei steckerfertigen Anlagen mit rund 84 MW.
Windenergie an Land: Genehmigungen übersteigen bisherigen Zubau
Bei der Windenergie an Land schwankte der monatliche Nettozubau von Februar bis August zwischen 244 und 455 MW. Im August kamen 417 MW hinzu. Damit blieb der Zubau deutlich unter dem in der Statistik dargestellten monatlichen Ausbaupfad von rund 850 MW zum Ziel von 115 GW im Jahr 2030.
Von Januar bis August betrug der Nettozubau an Land insgesamt 2,71 GW. Nordrhein-Westfalen lag mit 721 MW vor Niedersachsen mit 483 MW und Schleswig-Holstein mit 434 MW. Im selben Zeitraum wurden für 1.804 noch nicht in Betrieb befindliche Windenergieeinheiten an Land Genehmigungen mit zusammen 11,74 GW Leistung erteilt. Wann diese Anlagen in Betrieb gehen, geht aus den Genehmigungszahlen nicht hervor.

Auf See nahm die Leistung von Januar bis Juni jeden Monat um mindestens 114 MW zu. Danach verlangsamte sich der Nettozubau auf 117 MW im Juli und 72 MW im August. Der dargestellte monatliche Ausbaupfad zum Ziel von 30 GW im Jahr 2030 liegt bei rund 365 MW. Die Statistik ordnet den gesamten Nettozubau auf See von Januar bis August – 1,27 GW – der ausschließlichen Wirtschaftszone zu.

Biomasse: Kleine und schwankende Zubauwerte
Bei Biomasse fiel der monatliche Nettozubau deutlich geringer aus und war in einzelnen Monaten negativ. Im Januar kamen 16 MW hinzu, im Juli 11 MW und im August knapp 4 MW. Insgesamt betrug der Nettozubau von Januar bis August 34 MW. Der rechnerische Ausbaupfad ist negativ, weil die registrierte Biomasseleistung mit 9,25 GW bereits über dem Leistungsziel von 8,4 GW für 2030 liegt.

Solarbestand: Gebäudeanlagen stellen 81,4 GW Leistung
Die Bestandsdaten zu Solaranlagen zeigen schließlich den Unterschied zwischen Anlagenzahl und Leistung: Bis Ende August waren knapp 4,8 Millionen Gebäudesolaranlagen mit zusammen 81,4 GW erfasst. Die 19.679 Freiflächensolaranlagen kamen auf 46,2 GW. Rund 1,5 Millionen steckerfertige Solaranlagen erreichten zusammen 1,63 GW. Diese Werte beschreiben den Anlagenbestand. Die Monatsgrafiken zeigen dagegen den Nettozubau; die Detaildaten nach Anlagenart erfassen Inbetriebnahmen.
Weitere Grafiken sind über diesen Link auf der Webseite der Bundesnetzagentur zu finden.
Quelle: Bundesnetzagentur | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH