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Marktanalyseprojekt untersucht Solarstrom-Prosumenten-Konzepte

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Prosumer-Konzepte und deren marktmäßige Möglichkeit sehen in der EU bisher noch sehr unterschiedlich aus. Foto: Berliner Energieagentur

In einer ersten Bestandsaufnahme hat das EU-geförderte Marktanalyseprojekt PVP4Grid einige grundlegende Beobachtungen zur individuellen und kollektiven Nutzung von vor Ort erzeugtem Solarstrom gemacht.

Der Bericht unterscheidet drei Prosumenten-Konzepte und untersucht die jeweiligen regulatorischen Rahmenbedingungen: Individueller Eigenverbrauch, gemeinsame Nutzung einer Photovoltaik-Anlage innerhalb eines Gebäudes und Solarstromversorgung auf Quartiersebene.

Europa behandelt Prosumenten verschieden
Individueller Eigenverbrauch – wenn also Anlagenbetreiber (Produzent) und Stromverbraucher (Konsument) identisch sind – ist demnach in allen untersuchten Ländern rechtlich möglich. Immerhin fünf der acht Länder erlauben die gemeinsame Nutzung einer Photovoltaik-Anlage innerhalb eines Gebäudes – in Belgien, Italien und Spanien ist sie explizit verboten. Die Solarstromversorgung auf Quartiersebene mit Nutzung des öffentlichen Stromnetzes ist bislang nur in zwei der untersuchten Länder – in Frankreich und den Niederlanden – rechtlich möglich und wirtschaftlich umsetzbar.

„Die Analyse bestehender Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern stellt eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit von PVP4Grid dar. Ziel des internationalen Projektes ist es, einen Beitrag zur Entwicklung verbesserter Prosumenten-Konzepte und für die Verbreitung verbrauchsnaher Solarstromnutzung zu leisten“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des projektkoordinierenden Bundesverbands Solarwirtschaft.

Welches Potenzial die verschiedenen Prosumenten-Konzepte für die Photovoltaik (PV) entfalten können, hängt auch von den vorherrschenden Fördermechanismen ab. So spielt etwa bei älteren PV-Kleinanlagen, bei denen die Vergütung für den eingespeisten Solarstrom noch über dem aktuellen Strompreis für Endkunden liegt, individueller Eigenverbrauch naturgemäß nur eine untergeordnete Rolle. Untersucht wurden die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen in Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien.

Individuelle Länderberichte
Neben der ausführlichen englischsprachigen Studie hat PVP4Grid Berichte in den jeweiligen Landessprachen veröffentlicht, die die Situation in den einzelnen Ländern darstellen, sowie eine englischsprachige Zusammenfassung dieser Berichte. Sie sind auf der Website von PVP4Grid verfügbar: www.pvp4grid.eu/pv-prosumer-concepts/ 

Über PVP4Grid
PVP4Grid
PV-Prosumers4Grid (PVP4Grid) ist ein EU-gefördertes Projekt mit zwölf Partnern aus acht verschiedenen europäischen Ländern. Das Hauptziel von PVP4Grid ist es, den Marktanteil und den Marktwert von Photovoltaik (PV) zu erhöhen, indem Verbraucher in die Lage versetzt werden, auf netzdienliche Art zu PV-Prosumenten zu werden. 

PVP4Grid zielt auf eine bessere Integration von PV ins Energiesystem mit einem Schwerpunkt auf Marktintegration ab. Neue Management- und Geschäftsmodelle, die PV, Speicher, flexible Nachfrage und andere Techniken zu einem kommerziell tragfähigen Produkt vereinen, werden bewertet, verbessert, umgesetzt und ausgewertet werden. 

Um dies zu erreichen, werden ausführliche Leitfäden für Prosumenten und Verteilnetzbetreiber sowie politische Empfehlungen für nationale und europäische Entscheidungsträger darüber, wie der passende Regulierungsrahmen für Prosumption erreicht werden kann, entwickelt. Zudem wird ein Online-Tool erstellt, mit dem Prosumenten eine wirtschaftliche Bewertung von PV-Prosumenten-Projekten erhalten können.

18.09.2018 | Quelle: BSW-Solar | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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