AEE-Studie: Potenziale zu Energieeinsparung und Einsatz erneuerbarer Energien für die Wärmeversorgung bleiben ungenutzt

Szenarien zum Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung in Deutschland
Szenarien zum Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung in Deutschland

Die wesentlichen Stellschrauben, um die Energiewende im Wärmemarkt einzuleiten, sehen Energie-Wissenschaftler in der Reduktion des Wärmebedarfs und dem Umstieg auf erneuerbare Energien. Das geht aus der von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE, Berlin) veröffentlichten Metaanalyse „Energiewende im Wärmesektor“ hervor, die 22 Studien auf ihre Aussagen zur Entwicklung des Wärmemarktes hin vergleicht.

Die Gegenüberstellung zeigt außerdem, dass ein Großteil der Studienautoren die angestrebten energie- und klimapolitischen Ziele in Gefahr sehen.

„Der neue Studienvergleich zeigt, dass die politischen Instrumente und Maßnahmen für die Wärmewende rasch Wirkung entfalten müssen, um die Lücke zwischen den energie- und klimapolitischen Zielen und der tatsächlichen Entwicklung zu schließen“, sagt der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, Philipp Vohrer.

 

Größte Effizienzpotenziale stecken im Gebäudesektor

Die 21-seitige Metaanalyse vergleicht wissenschaftliche Arbeiten hinsichtlich ihrer Aussagen zum Potenzial und zur Entwicklung des Wärmemarktes in Deutschland bis zum Jahr 2050. Der energiepolitischen Zielsetzung zufolge soll der Wärmebedarf im Gebäudebestand bis 2020 um 20 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2008 gesenkt werden. Die bisherige Entwicklung sei allerdings gegenläufig, betont die AEE: Zwischen 2008 und 2013 ist der Wärmebedarf sogar leicht angestiegen. Die größten Effizienzpotenziale sehen die betrachteten Studien im Gebäudesektor. Demnach könnte der Endenergiebedarf für Raumwärme und Warmwasser bis 2050 um etwa 60 Prozent sinken.

 

Unsicherheit über das Potenzial erneuerbarer Wärmetechnologien

Wie stark die einzelnen regenerativen Wärmeerzeugungs-Technologien künftig zur Deckung des Wärmeenergiebedarfs beitragen werden, bewerten die Studien unterschiedlich. Auch das Verhältnis von dezentraler und leitungsgebundener Wärmeversorgung wird verschieden eingeschätzt. Die enorme Bandbreite illustriert die Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlich zu erschließenden Potenziale. Sie macht auch deutlich, dass der Wärmesektor im Vergleich zur Stromversorgung ein wissenschaftlich bisher weniger beleuchtetes Feld ist.

Metaanalyse „Energiewende im Wärmesektor“

 

06.10.2015 | Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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