Primärenergieverbrauch in Deutschland gestiegen

Nach ersten Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) haben die Deutschen in den zurückliegenden neun Monaten dieses Jahres mehr Energie verbraucht als im Jahr zuvor. Der Anstieg bei Wasser- und Windkraftanlagen auf nunmehr 2,7 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) machte etwa 20 % aus. Der Verbrauch von „sonstigen Energieträgern“ stieg gegenüber dem…

Nach ersten Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) haben die Deutschen in den zurückliegenden neun Monaten dieses Jahres mehr Energie verbraucht als im Jahr zuvor. Der Anstieg bei Wasser- und Windkraftanlagen auf nunmehr 2,7 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) machte etwa 20 % aus. Der Verbrauch von „sonstigen Energieträgern“ stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) oder 1,6 % auf 6,2 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. Hierzu zählt die AGEB in erster Linie Brennholz und die anderen erneuerbaren Energieträger.

Der gesamte Primärenergieverbrauch ist auf rund 352 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) gestiegen; das sind 3 Millionen oder 0,9 % mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Zu diesem Ergebnis hat, so die Arbeitsgemeinschaft, in erster Linie die gute konjunkturelle Entwicklung aber auch die etwas kühlere Witterung beigetragen.

Der Mineralölverbrauch lag mit 139,0 Millionen Tonnen SKE um 2,1 Millionen oder 1,5 % unter dem Vergleichswert für 1999. Vor allem die starken Rückgänge beim Absatz von leichtem und schwerem Heizöl (knapp -6 bzw. -9,6 %) sowie von Ottokraftstoff (-4 %) bestimmten die Verbrauchsentwicklung.

Der Erdgasverbrauch stieg im 1. bis 3. Quartal 2000 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Millionen Tonnen SKE oder 2,2 % auf 71,6 Millionen Tonnen SKE. Maßgeblich hierfür waren insbesondere der höhere Einsatz in der Industrie sowie die weiter gestiegene Zahl mit Erdgas beheizter Wohnungen. Der Einsatz von Erdgas zur Stromerzeugung ging hingegen leicht zurück.

Der Verbrauch von Steinkohle war mit 47,5 Millionen Tonnen SKE um 1,5 Millionen oder 2 % höher als vor einem Jahr. Als Ursachen nennt die Arbeitsgemeinschaft den gestiegenen Verbrauch der Stahlindustrie. Der Steinkohleverbrauch der Elektrizitätswirtschaft blieb annähernd stabil. Die Importe an Kraftwerkskohle und Kokskohle haben sich laut AGEB leicht erhöht.

Der Braunkohleverbrauch nahm um 1,7 Millionen Tonnen SKE oder 4,6 % auf 38,9 Millionen zu. Die um 5,6 % höheren Lieferungen an die Kraftwerke führten zu diesem Anstieg. Hier wirkten sich vornehmlich die Inbetriebnahmen der neuen ostdeutschen Braunkohlekraftwerke in Lippendorf und Boxberg mit einer Gesamtleistung von fast 2800 MW aus.

Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke erreichte mit rund 46 Millionen Tonnen SKE nahezu den Vorjahreswert.

Eine Excel-Tabelle mit den wichtigsten Daten kann auf den Internet-Seiten der AGEB heruntergeladen werden: http://www.ag-energiebilanzen.de/aktuelles/pev3_Q00.XLS

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, AGEB, 09.11.2000

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