Gicon-Höhenwindturm: Weltweit höchste Windenergieanlage entsteht in Brandenburg

Ein Kran setzt eine Stahlkonstruktion auf einen Turm, die weltweit höchste Windenergieanlage entsteht in Brandenburg.Foto: Gicon-Großmann Ingenieur Consult GmbH
Durch stärkere und gleichmäßigere Winde in großer Höhe können Höhenwindtürme hohe Jahreserträge erzielen.
Höhenwindtürme sollen Windenergie in großen Höhen erschließen. In der Lausitz baut die Gicon-Großmann Ingenieur Consult GmbH derzeit ein Pilotprojekt mit 300 Meter Nabenhöhe.

In Schipkau in der Lausitz befindet sich die weltweit höchste Windenergieanlage im Bau. Der Gicon-Höhenwindturm soll eine Gesamthöhe von 360 Meter erreichen. Die Nabenhöhe ist mit 300 Metern geplant. Damit soll es sich nach Fertigstellung um die derzeit höchste Windenergieanlage weltweit handeln.

Mit der Montage des vierten von insgesamt fünf Außenturmsegmenten erreicht die Turmkonstruktion inzwischen eine Höhe von 143 Metern. Der Hub des rund 185 Tonnen schweren Segments und das anschließende Aufsetzen in 120 Metern Höhe war ein besonderer Moment auf der Baustelle war. Nach rund vier Stunden präzise abgestimmter Arbeit unter hochsommerlichen Bedingungen von mehr als 30 Grad im Schatten, befand sich das Element sicher montiert in seiner finalen Position.

Im Winter war es zum zu einem Baustopp gekommen, da man Ende 2025 Abweichungen bei gelieferten Stahlelementen eines Subunternehmens festgestellt hatte und diese durch Ersatzbauteile ersetzen musste. „Wir haben die Wintermonate genutzt, um alle bisher montierten Stahlelemente intensiv zu prüfen und die nächsten Bauabschnitte vorzubereiten“, sagt Gicon-CEO und Firmengründer Jochen Großmann. „Sicherheit und Qualität haben bei diesem weltweit einmaligen Projekt absolute Priorität.“

Höhenwind: Potenzial für höhere Erträge und stabilere Einspeisung

Mit dem Höhenwindturm will Gicon Windenergie in großen Höhen erschließen. Durch stärkere und gleichmäßigere Winde in großer Höhe kann – abhängig von Standort und Betriebsbedingungen – ein deutlich höherer Jahresertrag erzielt werden als bei heutigen Windenergieanlagen. Ziel ist es zudem, die Stromerzeugung näher an Verbraucherinnen und Verbraucher zu bringen und so die regionale Versorgung mit erneuerbarer Energie zu stärken.

Gicon verweist darauf, dass eine gleichmäßigere und dezentrale Erzeugung Netze entlasten und den Bedarf an Netzausbau reduzieren kann. Höhenwindtürme können außerdem in bestehende Windparks integriert werden, um die Flächennutzung zu ergänzen. Die Technologie soll auch für Standorte mit vergleichsweise geringen Windgeschwindigkeiten einsetzbar sein. Der Jahresstromertrag für künftige Höhenwindtürme mit 8-MW-Windenergieanlagen soll 30 bis 33 GWh erreichen. Die Stromgestehungskosten sind mit weniger als 5 Cent pro kWh anvisiert.

Quelle: Gicon-Großmann Ingenieur Consult GmbH | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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