ENERCON startet erste Wind-plus-Speicher-Projekte in Deutschland

Fünf Personen stehen und sitzen an einem Besprechungstisch in einem Büro. Zwei Männer unterzeichnen Vertragsunterlagen, während drei weitere Personen, zwei Frauen in der Mitte ein Mann, hinter ihnen stehen.Foto: ENERCON
Von links: Sabrina Raser, Andreas Düser (beide GF Planungsbüro), Matthias Birle, Lisa Neumann, Andreas Henig (ENERCON) bei der Vertragsunterzeichnung der Wind-plus-Speicher-Projekte.
Die ENERCON Global GmbH und die Planungsbüro Düser GmbH haben Verträge für zwei Wind-plus-Speicher-Projekte in Deutschland unterzeichnet. Die Vorhaben kombinieren Windenergieanlagen mit Batteriespeichern und einer Hybridsteuerung. Die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.

ENERCON setzt auf Wind-plus-Speicher-Konzepte

Mit den beiden Wind-plus-Speicher-Projekten erweitert ENERCON nach eigenen Angaben sein Angebot für hybride Windparkkonzepte. Vertragspartner ist die Planungsbüro Düser GmbH aus Ense. Beide Projekte verbinden Windenergieanlagen mit Batteriespeichersystemen (BESS) und einer intelligenten Hybridsteuerung. ENERCON übernimmt dabei als EPC-Partner die technische Planung, Beschaffung, Projektkoordination, Integration, Installation und Inbetriebnahme der Systeme.

Nach Angaben des Unternehmens sollen Batteriespeicher dazu beitragen, die Stromvermarktung zu optimieren, Abregelungen zu reduzieren und zusätzliche netz- sowie marktorientierte Anwendungen zu ermöglichen. Hintergrund sind unter anderem zunehmend volatile Strompreise und häufiger auftretende Phasen negativer Börsenstrompreise.

Zwei unterschiedliche Wind-plus-Speicher-Projekte

Die beiden Vorhaben verfolgen unterschiedliche Konzepte für den Einsatz von Batteriespeichern.

Im Windpark Möhnesee-Westrich entsteht eine windparkgekoppelte Speicherlösung. Geplant ist ein Batteriespeicher mit einer Leistung von 5 MW und einer Speicherkapazität von 10 MWh, kombiniert mit zwei Windenergieanlagen des Typs E-138 EP3 E3 und einer Gesamtleistung von 8,52 MW.

Das Projekt Soest-Meiningsen kombiniert Wind- und Solarstrom an einem Standort. Hier ist ein Batteriespeicher mit 15 MW Leistung und 30 MWh Kapazität vorgesehen. Eingebunden werden eine seit 2026 betriebene E-138 EP3 sowie eine für 2028 geplante E-160 EP5. Die Gesamtleistung der Windenergieanlagen beträgt 9,82 MW. Der Speicher soll insbesondere netz- und marktorientierte Anwendungen unterstützen.

Windenergieanlagen und Speicher werden dabei zeitlich gestaffelt in Betrieb genommen. Nach Angaben des Unternehmens verfügt der Standort bereits über einen genehmigten 15-MW-Netzanschluss mit einer asymmetrischen Bezugsleistung von 4 MW. Dadurch kann der Batteriespeicher bereits vor der Inbetriebnahme der zweiten Windenergieanlage betrieben und auch netzseitige Anwendungen nutzen.

Nach Angaben von ENERCON liefert das Unternehmen Hithium das Batteriespeichersystem, während SMA die Wechselrichtertechnik bereitstellt. Für die Vermarktung des Speichers ist ein Multi-Market-Ansatz vorgesehen. Demnach soll ein späterer Vermarkter die verfügbaren Flexibilitäten jeweils in den Märkten einsetzen, in denen auf Grundlage der jeweiligen Prognosen die höchsten Erlöse zu erwarten sind. Außerdem gehören eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, ein Energy Value Modeling für den Co-Location-Speicher sowie die Integration eines Hybrid Controller zum Leistungsumfang.

Bedeutung hybrider Wind-plus-Speicher-Projekte

Die Kombination von Windenergieanlagen mit Batteriespeichern gewinnt im deutschen Energiemarkt an Bedeutung. Speicher können erneuerbaren Strom zeitlich flexibler bereitstellen und zusätzliche Erlösmöglichkeiten etwa durch Systemdienstleistungen oder eine optimierte Direktvermarktung eröffnen. Gleichzeitig können sie dazu beitragen, Einspeisespitzen besser zu nutzen und die Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem zu unterstützen.

Die Inbetriebnahme beider Projekte ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.

Quelle: ENERCON Global GmbH | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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