BEE: Stromversorger zocken Haushalte ab

Die deutschen Stromversorger haben laut Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) schon eine halbe Milliarde Euro zuviel für Strom aus Erneuerbaren Energien abgerechnet. Das gehe aus Berechnungen des BEE hervor, so der Verband in einer Pressemitteilung. „Die Stromversorger zocken die Verbraucher ab. Jetzt wollen Sie schon wieder Preiserhöhungen mit der Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien begründen“, […]

Die deutschen Stromversorger haben laut Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) schon eine halbe Milliarde Euro zuviel für Strom aus Erneuerbaren Energien abgerechnet. Das gehe aus Berechnungen des BEE hervor, so der Verband in einer Pressemitteilung. „Die Stromversorger zocken die Verbraucher ab. Jetzt wollen Sie schon wieder Preiserhöhungen mit der Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien begründen“, kritisiert BEE-Präsident Johannes Lackmann.  Gestern habe der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VdEW) erneut bundesweite Preiserhöhungen wegen vermeintlicher Steigerungen der Ökostromkosten angekündigt. „Dieses Spiel kennen wir seit Jahren. In 2003 sind damit 233 Mio. Euro zuviel von den Kunden abgerechnet worden. Im Jahr 2004 werden es etwa 270 Mio. Euro sein. Bei den Produzenten von Ökostrom kommt davon nichts an“, stellt Lackmann fest.

Die Elektrizitätswirtschaft schiebe diesmal die Verantwortung auf eine Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). „Das ist grober Unfug. In der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sind die Vergütungen beispielsweise für Strom aus Windkraft gesenkt worden. Jedes Jahr sinken die Kosten für Ökostrom während die Preise für Strom aus Kohle, Gas und Atom steigen, erklärt Lackmann. Der weitere Ausbau Erneuerbarer Energien sei ohne steigende Mehrkosten machbar. „Dafür senken wir aber Umweltkosten, reduzieren Energieimporte und sparen Milliardensubventionen für die alten Energien“, so der BEE-Präsident.

Anstelle von Preiserhöhungen fordert der BEE jetzt Rückerstattungen an die Stromkunden. Lackmann: „Während der Verband der Netzbetreiber für das Jahr 2003 seine Kostenprognosen mehrfach nach unten korrigiert hat, haben die Stromhändler davon nichts an die Kunden weitergegeben. Zudem rechnen sie weiterhin mit nachprüfbar viel zu hohen Differenzkosten zwischen EEG-Strom und konventionellem Strombezug. Wenn wir eine funktionierende Strompreisaufsicht hätten, würden die Preise gesenkt und nicht erhöht werden.“

06.08.2004   Quelle: BEE

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