Neues Verfahren zur Biogasproduktion ohne Gülle

Eine Biogasanlage der Schornbuscher Biogas GmbH & Co. KG ging am 27.10.2004 in Euskirchen in Betrieb. Die großtechnische Anlage zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe (Nawaro) wird ein halbes Megawatt elektrischer Leistung (MWel) ausschließlich aus Energiepflanzen und organischen Reststoffen produzieren. Das durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) geförderte Verfahren ermöglicht es auch Landwirten ohne Tierbestand, im Biogassektor […]

Eine Biogasanlage der Schornbuscher Biogas GmbH & Co. KG ging am 27.10.2004 in Euskirchen in Betrieb. Die großtechnische Anlage zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe (Nawaro) wird ein halbes Megawatt elektrischer Leistung (MWel) ausschließlich aus Energiepflanzen und organischen Reststoffen produzieren. Das durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) geförderte Verfahren ermöglicht es auch Landwirten ohne Tierbestand, im Biogassektor tätig zu werden.  Die güllefreie Nassvergärung – bis dato nicht zum Stand der Technik zu rechnen – wird bislang nur vereinzelt zur Verstromung von Energiepflanzen genutzt. Dadurch waren reine Marktfruchtbetriebe zunächst von der Bioenergieproduktion als zusätzlicher Einkommensquelle ausgeschlossen. Das werde sich künftig ändern, so die FNR. Die Krieg & Fischer Ingenieure GmbH aus Göttingen plante und baute im nordrhein-westfälischen Euskirchen eine Biogasanlage, die güllefrei betrieben werden kann. Die gegenüber herkömmlichen Verfahren deutlich höhere Temperaturführung im thermophilen Bereich bei 55 °C verringert zudem die Verweildauer der Substrate im Fermenter und gestattet so, das Fermentervolumen bei gleicher Leistung zu reduzieren, wodurch sich deutliche Kostenvorteile ergeben sollen. Ausgelegt ist die Euskirchener Anlage auf jährlich 7.200 Tonnen feste Substrate wie Mais und 2.000 Tonnen Flüssigsubstrat, überwiegend Flotatfette. Dabei fallen zirka 1,5 Millionen Kubikmeter Biogas an, die über ein 500-kW-Blockheizkraftwerk in Wärme und Strom umgewandelt werden.

Strom für das Netz, Wärmenutzung vor Ort

Während der Strom direkt ins öffentliche Netz eingespeist wird, nutzen die Anlagenbetreiber die anfallende Wärme als Prozessenergie, für die Hygienisierung der Substrate und zum Heizen der benachbarten Gebäude. Wissenschaftlich betreut wird das Vorhaben von der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL). “Mit dieser Technologie eröffnet sich nun auch vorwiegend ackerbaulich orientierten Landwirtschaftsbetrieben die Chance, sich durch die Biogasproduktion eine neue Einkommensquelle zu erschließen,” erläutert Projektbetreuerin Petra Schüsseler vom begleitenden Projektträger FNR. Sie geht davon aus, dass die Ergebnisse des Vorhabens den Nutzerkreis für Biogasanlagen wesentlich erweitern werden. Die Anlage ist bereits seit November 2003 im Probebetrieb am Netz. Weitere Informationen zum Thema Biogas unter http://www.bio-energie.de

11.11.2004   Quelle: FNR   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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