Trittin fordert mehr Klimaschutz am Bau

Auf die Bedeutung verstärkter Anstrengungen zum Klimaschutz im Baubereich hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin hingewiesen. „In kaum einem anderen Sektor des Klimaschutzes gehen Arbeit und Umwelt so offensichtlich Hand in Hand“, sagte der Bundesumweltminister zur Eröffnung einer Tagung der Grünen Bundestagsfraktion zum Klimaschutz am Bau. Gerade im Gebäudebereich mit seinen sehr langfristigen Investitionszyklen sei rasches Handeln besonders […]

Auf die Bedeutung verstärkter Anstrengungen zum Klimaschutz im Baubereich hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin hingewiesen. „In kaum einem anderen Sektor des Klimaschutzes gehen Arbeit und Umwelt so offensichtlich Hand in Hand“, sagte der Bundesumweltminister zur Eröffnung einer Tagung der Grünen Bundestagsfraktion zum Klimaschutz am Bau. 
Gerade im Gebäudebereich mit seinen sehr langfristigen Investitionszyklen sei rasches Handeln besonders wichtig. „Heutiges Handeln oder Unterlassen hinterlässt auf Jahrzehnte seine Spuren in den Treibhausgasbilanzen“, betonte Trittin.

Solarkollektoranlagen senken CO2-Ausstoß

Die Bundesregierung habe bereits eine Reihe von klimapolitischen Instrumenten eingeführt, um die Kohlendioxid-Emissionen im Gebäudebereich zu senken, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums (BMU). Allein die Energieeinsparverordnung werde bis zum Jahr 2012 zu einer Minderung des CO2-Ausstoßes um 9 bis 12 Millionen Tonnen jährlich beitragen. Auf die energetische Modernisierung bestehender Gebäude ziele das KfW-Gebäudesanierungsprogramm, für das die Bundesregierung von 2001 bis 2005 rund 1,5 Milliarden Euro zum Teil aus Mitteln der ökologischen Steuerreform bereit gestellt habe. Über das Marktanreizprogramm werde der Einsatz von erneuerbaren Energien vornehmlich zur Erzeugung von Raumwärme gefördert, beispielsweise mit Solarkollektoranlagen. Seit 1998 hat sich die Kollektorfläche in Deutschland laut BMU von damals zwei auf über sechs Millionen Quadratmeter vergrößert.

KfW-Gebäudesanierungsprogramm über 2005 hinaus fortsetzen und aufzustocken

Dennoch sei der Umfang der heute üblichen Energiesparmassnahmen im Neu- wie im Altbau bei weitem noch nicht ausreichend, um die langfristigen Klimaschutzziele zu erreichen, unterstreicht Trittin. Derzeit würde weniger als der Hälfte der Gebäude bei der Sanierung nachträglich wärmegedämmt. „In den nächsten 20 Jahren steht rund die Hälfte des Gebäudebestandes zur Sanierung an. Jede geeignete Instandhaltungsmaßnahme sollte gleichzeitig zur energetischen Modernisierung genutzt werden“, sagte Trittin. Deshalb sei es beispielsweise unverzichtbar, das KfW-Gebäudesanierungsprogramm über das Jahr 2005 hinaus fortzusetzen und nach Möglichkeit noch aufzustocken, so der Minister. „Klimaschutz heißt Energie sparsam, effizient und erneuerbar zu nutzen. Klimaschutz am Bau schafft Arbeit für Zehntausende. Jeder staatlich bereit gestellt Euro erzeugt mehr als das Siebenfache an privaten Investitionen“, rechnet Trittin vor.

01.03.2005   Quelle: BMU   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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