DIW: CO2-Emissionen praktisch unverändert – Kyoto-Ziel in Gefahr

Die energieverbrauchsbedingten CO2-Emissionen in Deutschland sind im Jahre 2004 praktisch unverändert geblieben, berichtet das Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer Pressemitteilung. Damit habe sich die schon seit einigen Jahren erkennbare Tendenz einer nur noch sehr verhaltenen Emissionsminderung fortgesetzt, so der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin 9/2005.  In Anbetracht der…

Die energieverbrauchsbedingten CO2-Emissionen in Deutschland sind im Jahre 2004 praktisch unverändert geblieben, berichtet das Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer Pressemitteilung. Damit habe sich die schon seit einigen Jahren erkennbare Tendenz einer nur noch sehr verhaltenen Emissionsminderung fortgesetzt, so der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin 9/2005.  In Anbetracht der bisherigen Reduktion der CO2-Emissionen um lediglich 16 % gegenüber 1990 sei inzwischen das frühere nationale Reduktionsziel der Bundesregierung aufgegeben worden, die CO2-Emissionen bis 2005 gegenüber 1990 um ein Viertel zu senken.

Private Haushalte und Verkehr leisten noch zu geringen Beitrag zur Emissionsminderung

Dagegen sei Deutschland mit einem Minus von 18,5 % (temperaturbereinigt sogar von 19 % ) dem inzwischen auch international nach dem Kyoto-Protokoll verbindlich festgelegten Ziel zwar schon vergleichsweise nahe gekommen, die Treibhausgasemissionen in der Periode 2008 bis 2012 insgesamt um 21 % gegenüber 1990 zu senken. Gleichwohl bestehe ohne eine konsequente Fortführung der klimaschutzpolitischen Maßnahmen die Gefahr, dass auch die Ziele für 2008/2012 verfehlt werden könnten, warnt das DIW. Der inzwischen eingeführte Handel mit Emissionszertifikaten wäre grundsätzlich ein geeignetes Instrument, um diese Ziele zu erreichen. Betrachte man den Rückgang der CO2-Emissionen seit 1990 nach Sektoren, so hätten die privaten Haushalte und der Verkehr bisher gegenüber allen anderen Sektoren einen vergleichsweise geringen Beitrag zur Emissionsminderung geleistet. Gerade in diesen beiden am Emissionshandel nicht teilnehmenden Sektoren bestünden noch erhebliche Emissionsminderungspotenziale, die es auszuschöpfen gelte. Da die geeigneten Maßnahmen dafür noch ausstehen würden, komme es hier in besonderem Maße auf die konkrete Ausgestaltung des bis Juni 2006 vorzulegenden nationalen Allokationsplanes für die Periode 2008/2012 an, so das DIW.

04.03.2005   Quelle: DIW Berlin Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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