BSW: Steinbrück blockiert solare Heizungssanierung

Wer als Eigenheimbesitzer seine Heizung sanieren muss und dabei seinen Öl- oder Gasverbrauch durch eine Solarwärmeanlage reduzieren will, habe in diesen Tagen keine guten Karten, so der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) in einer Pressemitteilung. Über 50.000 Förderanträge im Rahmen des Marktanreizprogramms zu Gunsten erneuerbarer Energien (MAP) türmten sich derzeit beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) […]

Wer als Eigenheimbesitzer seine Heizung sanieren muss und dabei seinen Öl- oder Gasverbrauch durch eine Solarwärmeanlage reduzieren will, habe in diesen Tagen keine guten Karten, so der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) in einer Pressemitteilung. Über 50.000 Förderanträge im Rahmen des Marktanreizprogramms zu Gunsten erneuerbarer Energien (MAP) türmten sich derzeit beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn. Und täglich würden es mehr, weil Bundesfinanzminister Peer Steinbrück die im Bundeshaushalt vorgesehenen Mittel einfach nicht freigeben wolle, kritisiert der BSW. Der Solarbranche drohten Einnahmeausfälle von bis zu einer Milliarde Euro.
 
Der BSW fordert deshalb eine sofortige Wiederaufnahme der Bewilligungen. „Der Bundesfinanzminister blockiert derzeit Zusagen von Fördergeldern für solares Heizen mit Blick auf den noch nicht verabschiedeten Bundeshaushalt 2006. In den Jahren zuvor war es hingegen möglich, auf der Grundlage einer vorläufigen Haushaltsführung zumindest Teile der Zuschüsse freizugeben. Ein entsprechender Antrag von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel bei Parteikollege Steinbrück blieb bislang unbeantwortet“, heißt es in der BSW-Pressemitteilung. Der BSW ist zum Jahreswechsel aus einer Fusion der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) und dem Bundesverband Solarindustrie (BSi) hervorgegangen. Er vertritt die Interessen von 600 Solarunternehmen in Deutschland.

Solarhandwerker können nicht bis zur Verabschiedung des Bundeshaushalts im Sommer warten

Dabei seien sich SPD und Union einig, dass Sonnenwärme auch künftig gefördert werden soll, um die Abhängigkeit von Öl und Gas zu verringern und die Bürger vor explodierenden Heizkosten zu schützen. Im Entwurf des Bundeshaushaltes seien für die Förderung von Solarkollektoren in diesem Jahr rund 100 Millionen Euro vorgesehen. Auch im neuen Koalitionsvertrag sei die Fortsetzung der Solarförderung fest verankert. „Immer mehr Kunden drohen abzuspringen. Einbau und Sanierung von Heizungen lassen sich nicht beliebig verschieben. Hunderte Solarhandwerker stehen vor dem Aus, wenn Steinbrück die Mittel nicht endlich freigibt. Sie können unmöglich bis zur Verabschiedung des Bundeshaushalts im Sommer warten!“, so Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft.

Solarwärme-Branche will bis 2007 von Förderzuschüssen aus dem Bundeshaushalt unabhängig werden

Erklärtes Ziel der Solarbranche ist es, sich ab dem Jahr 2007 von den unberechenbaren Förderzuschüssen aus dem Bundeshaushalt unabhängig zu machen, so der BSW. Ein gesetzlicher Mindeststandard zur Nutzung erneuerbarer Energien nach dem Vorbild des baulichen Wärmeschutzes oder ein Wärmegesetz nach dem Vorbild des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Stromsektor müsse bald Abhilfe schaffen, so die wiederholte BSW-Forderung. Bis zu seinem Inkrafttreten sei jedoch eine kontinuierliche Bewilligungspraxis unverzichtbar und durch die Bundesregierung sicherzustellen.

Vom aktuellen Bewilligungsstopp nicht betroffen sind laut BSW Solarstromanlagen (Photovoltaik). Sie werden seit dem Jahr 2000 nicht mehr aus dem Bundeshaushalt, sondern gesetzlich per Umlagefinanzierung durch alle Stromkunden finanziert. Dies verleiht der Photovoltaik-Branche die notwendige Investitionssicherheit.

06.03.2006   Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e.V. i.G.   Solarserver.de   © EEM Energy & Environment Media GmbH

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