Energiekommissiar Piebalgs: Ölversorgung der Europäischen Union nicht in Gefahr

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EU-Energiekommissiar Piebalgs hat die Meldung über die Unterbrechung der Öllieferungen durch die so genannte „Druschba-Pipeline“ bestätigt. Die Pipeline transportiert russisches Erdöl über Weißrussland nach Polen und Westeuropa. „Die EU-Kommission verfolgt die Entwicklungen genau. Ich kann bestätigen, dass die Ölversorgung durch die Druschba-Pipeline in Polen unterbrochen worden ist. Meine Dienststellen bemühen sich derzeit herauszufinden, ob damit auch Auswirkungen auf den anderen Zweig der Pipeline verbunden sind, der über die Slowakei und Südosteuropa verläuft. Ich stehe in engem Kontakt mit den polnischen, deutschen und slowakischen sowie anderen europäischen Behörden, um die Auswirkungen der Unterbrechung zu beurteilen. Außerdem habe ich mit den russischen und weißrussischen Behörden Verbindung aufgenommen und sie dringend um eine genaue Erklärung der Ursachen dieser Unterbrechung gebeten“, so Piebalgs in einer Pressemitteilung.
Auch wenn die Ölversorgung der Europäischen Union nicht unmittelbar in Frage gestellt sei, erwäge er, noch in dieser Woche die Gruppe „Ölversorgung“ einzuberufen, um die Auswirkungen dieser Lieferunterbrechung zu bewerten und etwaige Folgen für die strategischen Vorräte der Mitgliedstaaten zu erörtern.

Bundeswirtschaftsminister Glos zeigt sich besorgt
Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Vorsitzende des EU-Energieministerrats, Michael Glos, kommentierte die Unterbrechung der Öllieferungen mit den Worten „Ich sehe die Schließung der wichtigen Drushba-Pipeline mit Besorgnis. Ich erwarte, dass die Lieferung durch die Pipeline so schnell wie möglich in vollem Umfang wieder aufgenommen wird“. Deutschland importiert laut Bundeswirtschaftsministerium etwa 100 Millionen Tonnen Rohöl im Jahr. Davon werden 20 Millionen über die Drushba-Ölleitung geliefert. Glos begrüßte, dass EU-Kommissar Piebalgs eine Sitzung der „Oil Supply Group“ einberufen will. Die deutsche Ratspräsidentschaft werde sich mit allem Nachdruck dafür einsetzen, dass es durch die Einschränkung der Öllieferungen nicht zu Engpässen bei der Versorgung der europäischen Unternehmen und Verbraucher kommt. „Ich fordere die russischen und weißrussischen Stellen auf, ihren Liefer- und Transitverpflichtungen nachzukommen“, so Glos in einer Pressemitteilung.

Ausgewogener Energiemix für Versorgungssicherheit unverzichtbar
Der Vorfall zeige einmal mehr, dass für eine hohe Versorgungssicherheit ein ausgewogener Energiemix unverzichtbar sei und dass es zu keinen einseitigen Abhängigkeiten kommen dürfe, betont Glos. Das sei ein zentrales Thema der neuen EU-Energiepolitik, die beim EU-Frühjahrsgipfel beraten werden soll. „Für Deutschland ist die momentane Situation nicht dramatisch. In den Raffinerien lagert ausreichend Rohöl, so dass unsere Versorgung auch bei längeren Lieferausfällen sichergestellt ist“, so Glos.

09.01.2007 | Quelle: EU-Kommission; BMWi | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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