Schweizer Hochschulinstitut gründet Unternehmen zur Vermarktung seiner Solarwärme-Software

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Das Institut für Solartechnik der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) gründet das „Spin-Off“-Unternehmen „Vela Solaris“. Künftige Hauptaufgaben der Vela Solaris AG seien die Verbreitung und kommerzielle Vermarktung der Software „Polysun“, die am Institut für Solartechnik (SPF) entwickelt wurde. Zudem soll Vela Solaris individualisierte Versionen für Unternehmen anbieten und Benutzer schulen, heißt es in der Pressemitteilung der HSR.
Das Institut für Solartechnik der HSR Hochschule für Technik Rapperswil engagiert sich in langjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit für die Simulation von Solarwärmeanlagen. Das daraus resultierende Programm Polysun ist seit 1993 kommerziell erhältlich. Die Forschungsarbeit wird finanziell durch das Schweizer Bundesamt für Energie unterstützt. Künftig soll Polysun wesentlich stärker verbreitet werden und finanziell auf eigenen Beinen stehen, so die HSR. Um der Software zum kommerziellen Durchbruch zu verhelfen, entschied sich das SPF zur Gründung von Vela Solaris.

Marktreifes Produkt, günstiges Marktumfeld
Durch eine klare Trennung zwischen der Forschung am SPF und dem Software-Vertrieb über Vela Solaris sollen die öffentlichen Fördergelder in Zukunft vollständig für angewandte Forschung und Entwicklung eingesetzt werden. Das sehr positive Marktumfeld der Solarthermie und die Vorleistungen des SPF erlaubten die Schaffung von hoch qualifizierten Arbeitsplätzen am Standort Rapperswil. Die Hochschule will in Zukunft langfristige, risikoreiche Projekte anpacken, die später ebenfalls weit verbreitet werden sollen.

Eigentumsrechte bleiben bei der HSR
Das Eigentum an Polysun wird bei der HSR bleiben und so die Grundlage für künftige Forschungsprojekte sichern. Vela Solaris erwirbt gegen Lizenzabgaben die kommerziellen Nutzungsrechte an der Software. Mitte Dezember 2006 seien die entsprechenden Verträge von der HSR-Schulleitung und der Geschäftsleitung von Vela Solaris unterzeichnet worden. HSR-Rektor Hermann Mettler freut sich über die Gründung des Spin-Offs: „Es erfüllt mich mit Stolz, dass der HSR-Forschungsbetrieb bedürfnisorientierte, marktfähige Entwicklungen wie Polysun-4 hervorbringt und diese erfolgreich an die Privatindustrie transferieren kann. Vela Solaris schafft hochwertige Arbeitsplätze in einem viel versprechenden Geschäftssegment und damit Wertschöpfung für die Schweizer Wirtschaft insgesamt“, so Mettler.

Wirtschaftliche Verflechtungen zwischen Hochschule und Unternehmen vermeiden
Vela Solaris ist als Aktiengesellschaft organisiert und arbeitet wirtschaftlich selbstständig. Die Aktionäre seien bewusst außerhalb der HSR und des SPF gesucht worden, um wirtschaftliche Verflechtungen zwischen der Hochschule und dem Unternehmen zu vermeiden. Andreas Witzig, bisher Projektleiter am SPF, wechselt als Geschäftsführer zu Vela Solaris. Er freut sich auf seine neue Rolle: „Die Firmengründung ist die logische Weiterführung der Polysun-Finanzierung. Mit einer intensivierten Vermarktung findet unsere Solar-Software dann auch die gebührende Verbreitung. Während wir die langfristige Vision einer geballten Solar-Kompetenz hier in Rapperswil haben, muss jetzt zuerst noch die Knochenarbeit geleistet werden. Mit der Firmengründung haben wir die Chance, im Bereich der erneuerbaren Energien auch tatsächlich etwas zu bewegen. Dies ist effektiv unsere Hauptmotivation.“

Solarthermie-Planungssoftware berücksichtigt Wetterdaten von mehr als 6.300 Standorten
Polysun ist eine professionelle Planungssoftware zur Simulation und Berechnung thermischer Solaranlagen. Diese werden beispielsweise zur Warmwasserbereitung und zum Heizen von Gebäuden eingesetzt. Polysun wird vor allem von Installateuren, Planern und Herstellern solarthermischer Anlagen sowie von Architekten und Ingenieurbüros eingesetzt. Die Software berücksichtigt Daten der Gebäudegeometrie und -ausrichtung, die thermische Masse sowie die Dämmung eines Gebäudes. Zudem bezieht sie die Wetterdaten von mehr als 6.300 Meteo-Standorten in ihre Berechnungen mit ein. Durch einen integrierten Komponentenkatalog können Solarwärmeanlagen mit Polysun im Baukastenprinzip entworfen werden. Die Software wird bisher eingesetzt von Benutzern in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland und England.
Weitere Infos unter http://www.polysun.ch
Polysun ist auch erhältlich im SolarserverStore

11.01.2007 | Quelle: Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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