Photovoltaik-Hersteller Q-Cells AG bestätigt Jahresergebnis 2006 und kündigt Ausbaupläne an

NULL

Die Q-Cells AG (Thalheim), der weltweit zweitgrößte Hersteller von Solarzellen, hat am 27. März 2007 im Rahmen seiner Bilanz-Pressekonferenz den Geschäftsbericht für das Jahr 2006 vorgelegt und seine am 5. Februar 2007 vorgelegten vorläufigen Geschäftszahlen bestätigt. Die Q-Cells AG hat nach eigenen Angaben im Jahr 2006 Solarzellen mit einer Gesamtleistung von 253,1 Megawatt (MWp) produziert. Das entspreche einer Steigerung um 53 % gegenüber dem Vorjahr. Mit dieser Produktionsleistung habe das Unternehmen seine Position als Nummer 2 der Welt mit einem Marktanteil von ca. 10 % ausgebaut und den Abstand zum japanischen Marktführer Sharp weiter verkürzt, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens.
Der Umsatz erhöhte sich laut Q-Cells um 80 % auf 539,5 Millionen Euro (2005: 299,4 Mio. Euro), das operative Ergebnis (EBIT) und der Jahresüberschuss (ohne Einmaleffekt) wuchsen überproportional um 105 bzw. 120 % auf 129,4 Millionen Euro und 87,7 Millionen Euro (Vorjahr: 63,2 Mio. Euro bzw. 39,9 Mio. Euro). Zusätzlich verbuchte Q-Cells einen einmaligen außerordentlichen Ergebnisbeitrag aus der erstmaligen Bilanzierung des erhöhten EverQ-Anteils in Höhe von 9,4 Millionen Euro, sodass der Jahresüberschuss insgesamt 97,1 Millionen Euro beträgt.

Ausbau der Produktionskapazität beschleunigt – mehr als ein halbes Gigawatt zum Jahresende geplant
Angesichts der ebenfalls Anfang Februar abgeschlossenen Verträge mit der norwegischen Elkem Solar über die Lieferung großer Mengen von metallurgischem Siliziums beschleunige die Q-Cells AG den weiteren Ausbau ihrer Kapazitäten deutlich. Die im Bau befindliche Produktionslinie V werde durch den vorgezogenen Ausbau einer dritten Ausbaustufe bis Jahresende 2007 eine Nominalkapazität von 225 MWp erreichen (das entspricht einer Produktionskapazität von 180 MWp). Die gesamte Nominalkapazität der Q-Cells AG steige damit deutlich auf insgesamt 645 MWp (Produktionskapazität 516 MWp) zum Jahresende 2007. „Bis Ende des Jahres werden wir mehr als ein halbes Gigawatt an Produktionskapazität haben und unsere Stellung auf dem Weltmarkt weiter ausbauen“, so Anton Milner, Vorstand der Q-Cells AG. „Damit beweisen wir wieder einmal, dass wir durch die Konzentration auf die Zellen-Produktion sehr schnell auf veränderte Marktsituationen reagieren können. Wir bauen jetzt die Kapazitäten auf, in denen wir die zusätzlichen Siliziummengen verarbeiten können, die ab 2008 von Elkem geliefert werden“, so Milner weiter. Bereits in Planung sei die Linie VI, die mit einer Nominalkapazität von 300 MWp (das entspricht einer Produktionskapazität von 240 MWp) die Q-Cells AG ein großes Stück näher an die 1-GWp-Schwelle bringen soll.

500 neue Mitarbeiter und 50 neue Auszubildende bis Jahresende
Aufgrund dieses deutlichen Ausbaus der Produktionskapazität will die Q-Cells AG auch im Jahr 2007 viele neue Arbeitsplätze in Thalheim schaffen. Insgesamt sollen allein im Kerngeschäft etwa 500 neue Mitarbeiter und zusätzlich 50 neue Auszubildende eingestellt werden. Dazu kommen noch einmal so viele bei Tochter- und Beteiligungsunternehmen.
Viele der neuen Mitarbeiter verstärken die Technologie-Abteilung, die zum Jahresende von rund 100 auf etwa 180 Mitarbeiter aufgestockt werden soll. Dadurch verstärk Q-Cells die Forschungs- und Entwicklungskompetenz noch einmal deutlich, heißt es in der Pressemitteilung. Darin sieht das Unternehmen den wesentlichen Schlüssel zur Senkung der Produktionskosten und somit zum Erreichen der Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik an der Steckdose der Stromkunden in absehbarer Zeit. Zu diesem Zweck errichtee die Q-Cells AG unmittelbar neben der Produktionslinie V ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, das der Entwicklung und Kommerzialisierung neuer, deutlich leistungsfähigerer Zellgenerationen dient.

Fortschritte bei neuen Dünnschicht-Technologien
Im Rahmen der Bilanz-Pressekonferenz konnte der Vorstand der Q-Cells AG darüber hinaus über Fortschritte bei den Dünnschicht-Geschäftsfeldern berichten. Der Bau der ersten Fabrik der Solibro GmbH in Thalheim mit einer Produktionskapazität von 25 bis 30 MWp sei in der vergangenen Woche vom Aufsichtsrat beschlossen worden. Das im November 2006 als Joint Venture mit der schwedischen Solibro AB gegründete Unternehmen will ab 2008 Dünnschichtmodule auf der Basis einer Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid-(CIGS-) Technologie produzieren. Diese Technologie verfügt über ein vergleichsweise hohes Wirkungsgradpotenzial, und die Module sind durch ihre ansprechende Ästhetik besonders gut für die Fassaden-, Dach- und Gebäudeintegration geeignet.

Kauf von 51 % der Anteile an dem Dünnschicht-Modulhersteller VHF-Technologies SA geplant
Die Q-Cells AG hat darüber hinaus beschlossen, die Option auf den Erwerb von 51 % der Anteile an der VHF-Technologies SA aus Yverdon-les-Bains (Schweiz) auszuüben. Das Unternehmen entwickelt und produziert unter dem Markennamen „Flexcell“ flexible Dünnschicht-Module auf Kunststoffträgermaterial. Eine Pilotlinie mit einer Kapazität von 2 MWp produziert in der Schweiz flexible Module für Endkundenmärkte wie Bootsausstattung oder Outdoor-Ausrüster. Die dortige Kapazität soll im Jahr 2007 um 5 MWp erweitert werden, wodurch Q-Cells im Markt der Consumer-Applikationen Weltmarktführer werde. Die wesentliche Zielrichtung des Engagements bei VHF-Technologies sei jedoch der Aufbau einer Fertigung im industriellen Maßstab, betont Q-Cells. Bis Mitte des Jahres werde die Entscheidung über den Aufbau einer ersten Produktionslinie in Thalheim mit einer Kapazität von 25 MWp fallen. Die dort produzierten Module sollen in der gebäudeintegrierten Photovoltaik eingesetzt werden.
Der Geschäftsbericht sowie eine aktuelle Unternehmenspräsentation stehen im Investor Relations-Bereich des Internetauftritts der Q-Cells AG zum herunterladen zur Verfügung (www.q-cells.de).

27.03.2007 | Quelle: Q-Cells Aktiengesellschaft | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen