Rheinland-pfälzische Umweltministerin Conrad zur Woche der Sonne: Keine Heizung ohne Sonnenenergie

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Als Technologien mit großer Zukunft hat die Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, Margit Conrad, zum bevorstehenden Start der „Woche der Sonne“ die solar-basierten erneuerbaren Energien bezeichnet. „Rheinland-Pfalz profitiert stark von der positiven Entwicklung dieser Zukunftsenergien, das Potential ist riesengroß“, so die Ministerin. Die „Sonnenenergien“ stehen laut Conrad für die CO 2-freien erneuerbaren Energien schlechthin.
Gemeinsam mit Dietmar Schlosser als Vertreter des Bundesverbandes Solarwirtschaft, der die Woche der Sonne bundesweit organisiert, und Daniel Löw, Landesinnungsmeister des Fachverbandes Sanitär, Heizung Klima Rheinland-Rheinhessen hob sie die Bedeutung der Sonnenenergie für eine sichere und klimafreundliche Energieversorgung und für die heimische Wirtschaft hervor. Rheinland-Pfalz sei von der Sonne begünstigt: mit einer mittleren Globalstrahlung von 1.060 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr gilt es als „sonnenreich“.

„Bei jeder Bau- und Sanierungsmaßnahme muss der Einsatz von Solarenergien geprüft werden“, sagte Conrad. „Darauf weisen wir auch im Rahmen unserer Energiesparkampagne „Unser Ener macht mit – Unsere beste Energie ist gesparte Energie“ in Beratungen immer wieder hin.“ Die bundesweite „Woche der Sonne“ startet am „Tag der erneuerbaren Energien“ (28. April). Umweltministerin Conrad wird im Rahmen der Aktionswoche am 27. April ein Energie-Plus-Gütesiegel überreichen, für ein innovatives Heizungskonzept in einem Einfamilienhaus in Gommersheim; Solarkollektoren, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe und einen Erdsolespeicher versorgen das Niedrigenergiehaus. Am 28. April eröffnet die Ministerin in Bischheim eine Biogasanlage in der jährlich rund 10.000 Tonnen Mais- und Ganzpflanzensilage umweltfreundlich Energie erzeugen. Die Kampagne „Unser Ener macht mit“ ist präsent, etwa bei Veranstaltungen in Mainz, Koblenz und Montabaur. „Der Erfolg der Aktionswoche lebt vom Mitmachen möglichst vieler und unterschiedlicher Akteure vor Ort. Beteiligt sind Umwelt- und Agenda-Gruppen, Solarawirtschaft, Kommunen, Handwerker, Vereine und viele andere. Ihnen allen danke ich für ihr Engagement für eine klimafreundliche und bezahlbare Energieversorgung“, sagte Conrad.

Wirtschaft des Landes profitiert von der Solarthermie: 4.500 neue Solarwärme-Anlagen pro Jahr
Rheinland-Pfalz ist laut Conrad im Bundesvergleich auf dem dritten Platz, was die Dichte der Solarwärmeanlagen angeht: Auf 1.000 Einwohner kommen sechs Anlagen. Jährlich kommen bis 4.500 neue Anlagen dazu. „Wer die Sonne für seine Heizung und Warmwasserbereitung nutzt, tut etwas für die Umwelt und spart. Die Investitionen werden gefördert, der Energieträger Sonne stellt keine Rechnung“, so die Ministerin. Für die heimische Wirtschaft bedeute das Wachstum in einer noch jungen Technologiebranche: 87 Prozent der Handwerksbetriebe im Land haben nach Angaben des BSW im vergangenen Jahr solarthermische Anlagen verkauft und installiert. Die ausgelösten Investitionen in Rheinland-Pfalz lagen 2005 und 2006 jeweils über 100 Millionen Euro. Conrad: „Die Nutzung der Solarenergie bietet für unsere heimische Wirtschaft und das Handwerk große Chancen. Große, aber auch kleine und mittelständische Unternehmen haben ein neues Standbein. Neue Unternehmen sind entstanden. Neue Berufsfelder haben Möglichkeiten eröffnet für alte Handwerksberufe, die mit Erfolg neue Märkte erobern. Der Schornsteinfeger von heute ist Energieberater, der Heizungsinstallateur Solarfachmann. Ihr Know-How und ihre Beratungskompetenz sind gefragt und ihre Mitarbeit an der Entwicklung und dem Einsatz neuer Techniken.“

Solarthermische Anlagen rechnen sich, wenn sie die passende Größe haben und im besten Fall mit einer anstehenden Heizungsmodernisierung geplant werden. Zusätzliche Einsparmöglichkeiten bestehen, wenn Wasch- oder Spülmaschine mit dem solar erwärmten Wasser betrieben werden.

Erneuerbare Energien: der „schlafende Riese“ im Wärmemarkt
Rund 90 Prozent der Energie in deutschen Haushalten wird in Form von Wärme zum Heizen und für Warmwasser verbraucht. Hiervon wird noch sehr wenig über erneuerbare Energien erzeugt. „Ich plädierte deshalb für ein ?Regeneratives Wärmegesetz?zur Unterstützung des Ausbaus dieser Energien. Denn vor allem der Wärmemarkt bietet große volkswirtschaftliche Möglichkeiten für die regenerative Energien. Die Wachstumsraten im Wärmemarkt sind leider noch gering“, betont die Ministerin.

Photovoltaik: Sonnenstrom auf Wachstumskurs
Conrad: „Bei den Erneuerbaren Energien ist die Photovoltaik der Bereich, der am stärksten wächst.“ Rheinland-Pfalz konnte im Jahr 2006 Umsätze aus Investitionen in Neuanlagen von rund 180 Millionen Euro realisieren (Quelle: BSW). Für die kommenden Jahrzehnte sei eine positive Entwicklung gerade für Sonnen-Strom aus kleinen dezentralen Anlagen voraussehbar, sagte die Umweltministerin: „Strom aus Photovoltaikanlagen kann netzbezogenen Strom der Haushalte ersetzen. Die Erzeugungskosten in dezentralen Anlagen werden mittelfristig geringer sein als der Strompreis am Zähler für Strom, der über das Netz bezogen wird. Im Süden Europas steht Sonnenstrom bereits an der Schwelle zur Wirtschaftlichkeit.“ Das Land Rehinland-Pfalz betreibt selbst ein „kleines“ Kraftwerk mit einer Gesamtleistung von 1,4 Megawatt: An 16 Standorten werden in Rheinland-Pfalz auf Dächern von Liegenschaften des Landes 23 Photovoltaik-Anlagen betrieben. Die Gesamtfläche beträgt über 11.000 Quadratmeter und verfügt über eine installierte Gesamtleistung von über 1.400 kWp.

28.04.2007 | Quelle: Ministerium für Umwelt und Forsten – Rheinlandpfalz (MUFVRLP) | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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