Gabriel im Interview mit der Märkischen Oderzeitung: Solarstrom-Vergütung soll 2009 und 2011 um jeweils zwei bis drei Prozentpunkte sinken

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Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) lobt in einem Interview mit der Märkischen Oderzeitung (Frankfurt/Oder) das große Engagement der Solar-Industrie als beispielhaft, sehr viel Geld in die Forschung und Entwicklung zu investieren. Gleichzeitig stellte Gabriel fest, die Solar-Branche sei derzeit „überfördert“ und kündigte eine Korrektur der Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für die Jahre 2009 und 2011 an. „Gut wäre es, wenn auch die großen Energieversorger mal beginnen würden, intensiver in die Forschung in den Bereich der erneuerbaren Energien einzusteigen. Die halten sich da sehr zurück“, kritisiert Gabriel hingegen die großen Stromkonzerne.
Er erwartet auch von den Bundesländern, dass sie sich in ihrer Hochschulpolitik auf die neue Branche einstellen. „So könnten Partnerschaften, wie beispielsweise Stiftungs-Lehrstühle entstehen“, schlägt er vor. Den Solar-Unternehmen empfiehlt er daher, direkt auf die Universitäten und Landesregierungen zuzugehen.

Gabriel: Die Photovoltaik-Branche wird nicht gefährdet
Gabriel sieht die Solar-Branche derzeit überfördert. Sie hätte sich rasanter entwickelt, als die Politik gedacht hat. „Die Solarbranche macht gewaltige Gewinne“, hebt Gabriel hervor. „Deswegen ist eine Anpassung der Förderung auch in der Branche im Prinzip nicht umstritten“, sagte er. Ansonsten käme es zu einer dauerhaften Überförderung auf Kosten der Stromkunden. Gabriel kündigte an, dass die jährliche Abnahme (Degression) der Förderung für Photovoltaik-Strom in zwei Schritten in den Jahren 2009 und 2011 um zwei bis drei Prozentpunkte angehoben werde. „Die Branche wird dadurch nicht gefährdet“, sagte Gabriel. Man werde sich die Schritte des Abschmelzens der Förderung differenziert anschauen. „Aufgabe des Erneuerbaren-Energien-Gesetz ist es ja, erneuerbare Energien wirtschaftlicher, und nicht tüchtige Solar-Unternehmer in möglichst kurzer Zeit zu Millionären zu machen“, begründete Der Bundesumweltminister die vorgesehenen veränderten Förderbedingungen.
Sigmar Gabriel eröffnet am 09.07.2007 in Frankfurt (Oder) die weltweitgrößte Solar-Fabrik für Dünnschichtmodule. Das US-Unternehmen First Solar investierte in das Werk 115 Millionen Euro und beschäftigt deutlich über 400 Mitarbeiter.

09.07.2007 | Quelle: Märkische Oderzeitung | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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