Herbstmeister im „Solar-Sport“ ermittelt: Schleswig-Holstein setzt sich in der Solarbundesliga gegen Bayern durch

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Der schleswig-holsteinischen 386-Seelen-Gemeinde Frestedt ist es mit 808 Punkten gelungen, die seit 2003 währende Spitzenposition bayerischer Kommunen in der Solarbundesliga zu durchbrechen. Der Rekordmeister Rettenbach am Auerberg (787 Punkte) wurde in der Zwischenwertung zum Jahreswechsel auf den zweiten Platz verwiesen. Auf den dritten Rang kam die bayerische Gemeinde Gollhofen (725 Punkte). Organisiert wird der Wettstreit der Kommunen um die höchste Solardichte je Einwohner von der Fachzeitschrift Solarthemen und der Deutschen Umwelthilfe.
„Wir freuen uns, dass nun auch der Norden aktiver in den Solarsport einsteigt“, sagt Robert Spreter, Leiter des Bereichs Kommunaler Umweltschutz bei der Deutschen Umwelthilfe. Bislang sei die Solarbundesliga vor allem in den südlichen Bundesländern beliebt.

Mehr als 1.000 Kilowattstunden Solarstrom je installiertem Kilowatt PV-Leistung auch im Norden möglich
Allerdings sei auch in Norddeutschland die Solarenergie sehr gut zu nutzen, weiß Jens Rohde, der stellvertrende Bürgermeister von Frestedt. Er selbst betreibt Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 1.100 Kilowatt. „Mehr als 1.000 Kilowattstunden je Kilowatt erwirtschaften wir bei uns mit guten Anlagen“, erklärt Rohde. Und bei einer besonderen Anlage, die er auf einem selbstdrehenden Dach installiert hat, einem sogenannten „Sündreyer“, sei es sogar noch mehr. Vor allem die Landwirte in seiner Kommune setzen auf die Sonne. So kommt Frestedt auf die beachtliche Leistung von 712 Kilowatt – das macht je Einwohner mehr als 1,8 Kilowatt. Und bis zum Sommer, versichert Rohde, wollen die Schleswig-Holsteiner noch zulegen. Ob es damit für die Meisterschaft im Sommer reicht, ist dennoch ungewiss. Denn auch der Rettenbacher Solarbeauftragte Rainer Friedl kündigte gegenüber den Solarthemen an, man werde sich nicht geschlagen geben.

„Solarsport“ für alle Gemeinden
„Zur deutschen Meisterschaft im Sommer wird es nun besonders spannend. Auf den Spitzenplätzen ist es eng, jeder kann noch den Titel in der bis zum 1. Juni laufenden Saison holen“, sagt Solarthemen-Redakteur Andreas Witt: Und auch weitere Kommunen können sich jederzeit beteiligen. Alle Informationen sind im Internet zu finden unter www.solarbundesliga.de. Zum Jahreswechsel waren bereits 1.151 deutsche Städte und Gemeinde und zusätzlich 643 Dörfer und Ortsteile in der Solarbundesliga gelistet.
Alle Gemeinden können sich am „Solarsport“ beteiligen. Sie müssen lediglich drei Zahlen ermitteln: die Einwohnerzahl, die insgesamt installierte Leistung der Solarstromanlagen und die Gesamtfläche aller Solarwärmeanlagen. Anmelden kann die Kommune jeder, der sich aktiv um diese Zahlen kümmert, wie Solarvereine, Agenda-Gruppen, Handwerksverbände, Lokalzeitungen und Bürgermeister.
„Große Kommunen haben allerdings gegen die kleinen kaum eine Chance“, sagt Witt. Daher werde die Meisterschaft in der vom Bundesumweltministerium geförderten Solarbundesliga auch in unterschiedlichen Größenklassen ausgespielt. Bei den Großstädten konnte die Stadt Ulm die Herbstmeisterschaft mit 49 Punkten für sich entscheiden, vor Ingolstadt (42 Punkte) und Freiburg (ebenfalls 42 Punkte). Die Mittelstädte führt das bayerische Vilsbiburg an (141 Punkte), vor den beiden baden-württembergischen Kommunen Rheinau (131 Punkte) und Neckarsulm (125 Punkte). Auf den Plätzen 1 bis 3 unter den Kleinstädten mit mindestens 1000 Einwohnern liegen die bayerischen Gemeinden Kastl (561 Punkte), Engelsberg (474 Punkte) und Wildsteig (447 Punkte).
Alle Platzierungen – auch in den jeweiligen Bundesländern und Kreisen – sind aktuell im Internet zu finden unter http://www.solarbundesliga.de.

11.01.2008 | Quelle: Solarthemen | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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