EU-Kommission überprüft Förder-Entscheidung zum KMU-Bonus für das Solar-Unternehmen EverQ

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Die Europäische Kommission hat am 17. Juni 2008 mitgeteilt, dass sie auf der Grundlage des EG-Vertrages förmlich prüfen werde, ob sie dem Photovoltaik-Produzenten EverQ GmbH (Bitterfeld-Wolfen) vor zwei Jahren Investitionsbeihilfen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu Recht bewilligt hat. Dem Solartechnologie-Unternehmen aus Sachsen-Anhalt wurde im Jahr 2006 ein sogenannter KMU-Bonus in Höhe von rund 9 Millionen Euro genehmigt. Die Europäische Kommission hatte EverQ im Juni 2006 den Status eines KMU attestiert. Sollte die EU-Kommission in dem nun eröffneten förmlichen Prüfverfahren zu dem Schluss kommen, dass sie EverQ diesen Status zu Unrecht zuerkannt hat, müsste das Unternehmen diesen 15-prozentigen Förderzuschlag für standortbezogene Investitionen zurückzahlen, berichtet EverQ in einer Pressemitteilung.

EverQ ist aufgrund seiner wirtschaftlichen Entwicklung inzwischen über den Status eines mittleren Unternehmens hinausgewachsen
Die EverQ GmbH zählt zu den führenden High-Tech-Unternehmen in der Solarindustrie und wurde im Jahr 2005 gegründet. Bereits im Geschäftsjahr 2007 hat das Unternehmen 139 Millionen Euro umgesetzt und beschäftigt derzeit am Standort in Bitterfeld-Wolfen mehr als 1.000 Mitarbeiter. Damit ist EverQ aufgrund seiner wirtschaftlichen Entwicklung inzwischen über den Status eines mittleren Unternehmens hinausgewachsen. EverQ produziert Solar-Wafer mit dem siliziumsparenden und von Evergreen Solar Inc. patentierten „String Ribbon“-Verfahren, Solarzellen und Solarmodule für die Photovoltaik. EverQ ist ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen der Q-Cells AG (Bitterfeld-Wolfen, Sachsen-Anhalt, Deutschland), der Renewable Energy Corporation ASA (Høvik, Norwegen) und der Evergreen Solar, Inc. (Marlboro, USA). EverQ will in den kommenden Jahren seinen dynamischen Wachstumskurs fortsetzen, plant für 2009 die Inbetriebnahme einer dritten Produktionsanlage und bereitet derzeit seinen Börsengang vor.

EverQ: Angaben zu „KMU-typischen Schwierigkeiten“ sind 2006 nicht abgefragt worden
Als Begründung für die Überprüfung ziehe die EU-Kommission Kriterien heran, die in dem von ihr 2005 und 2006 durchgeführten Genehmigungsverfahren nicht Gegenstand gewesen seien und daher auch nicht relevant sein konnten. Konkret will die EU-Kommission klären, ob die seinerzeit neu gegründete EverQ GmbH mit besonderen Schwierigkeiten bei Finanzierung, Vertrieb und Personaleinstellung konfrontiert war, die für kleine und mittlere Unternehmen typisch sind. Nach jüngster Aussage der EU-Kommission sei neben den gesetzlich geregelten Größendaten zu Umsatz, Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl auch dieses Merkmal der KMU-typischen Schwierigkeiten Voraussetzung für einen Förderbonus an kleine und mittlere Unternehmen. Angaben zu den KMU-typischen Schwierigkeiten bei EverQ seien im Jahr 2006 nicht abgefragt worden, würden nun erstmalig erhoben und seien gesetzlich nicht vorgesehen, so das Solar-Unternehmen.
Die EU-Kommission will laut EverQ außerdem prüfen, ob die Q-Cells AG als einer der Gründungsgesellschafter in den Jahren 2005 und 2006 ihren Anteil an EverQ absichtlich unter 25 Prozent gehalten hat, um den Status von EverQ als mittleres Unternehmen zu sichern. Eigentümer, die mindestens 25 Prozent an einem Unternehmen besitzen, müssen bei der Ermittlung der für den KMU-Status relevanten Kriterien Mitarbeiterzahl, Bilanzsumme und Umsatz entsprechend ihrer Beteiligungshöhe berücksichtigt werden.

EverQ-Chef Mohr: „Wir haben 2006 alle relevanten Kriterien erfüllt“
EverQ weist darauf hin, dass – entgegen der Darstellung der EU-Kommission – einzig technologische und risikomotivierte Überlegungen und Gesichtspunkte Grundlage für die damalige Kapitalstruktur von EverQ gewesen seien. Q-Cells sei zum damaligen Zeitpunkt selbst noch ein Unternehmen mit KMU-Status gewesen und habe deshalb ein stärker risikobehaftetes Investment in EverQ nicht tragen können. Der Einfluss von Q-Cells auf EverQ habe der Höhe der tatsächlichen Beteiligung entsprochen. „Wir haben 2006 alle relevanten Kriterien erfüllt und können daher die erneute Prüfung der bereits im Juni 2006 bewilligten Förderung anhand neuer Kriterien nicht nachvollziehen. EverQ wird sich mit den Fragen auseinandersetzen und geht davon aus die Bedenken der EU-Kommission auszuräumen.“ kommentiert EverQ-Geschäftsführer Rainer Mohr.

18.06.2008 | Quelle: EverQ GmbH | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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