Photovoltaik: IBM und Tokyo Ohka Kogyo arbeiten gemeinsam an billigeren CIGS-Solarzellen

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Die Ohka Kogyo Co., Ltd. (TOK), ein japanisches Unternehmen, das sich auf Photolithografie spezialisiert hat, und IBM kooperieren, um neue, kostengünstige Methoden zur Herstellung von Solarenergie-Produkten zu entwickeln, die preiswerter und leichter zu installieren sind als herkömmliche Photovoltaik-Module. TOK und IBM haben sich insbesondere darauf geeinigt, gemeinsam Verfahren, Materialien und Equipment zur Herstellung von Solarmodulen mit Zellen aus Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid-Dünnschichttechnologie (CIGS) zu entwickeln, berichtet IBM in einer Pressemitteilung.
Gegenwärtig verhinderten die im Vergleich zu konventionellem Strom noch hohen Kosten von Solarstrom eine breite Nutzung der Photovoltaik, stellt IBM fest. Die Dünnfilm-Photovoltaik hingegen, beispielsweise in Form von CIGS, verspreche eine merkliche Kostensenkung bei Solarzellen und schaffe so die Grundlage für eine breite Anwendung.

CIGS- Wirkungsgrade mehr als 15 % angestrebt
Die IBM-Forschung habe neue Fertigungsverfahren für CIGS-Zellen entwickelt, die ohne Vakuum auskommen und mit denen Wirkungsgrade von 15 % und mehr angestrebt würden, heißt es in der Pressemitteilung. Gegenwärtig erzielten Dünnschichtsolarzellen Wirkungsgrade in einer Größenordnung von 6 % bis knapp 12 %. Die Kombination der IBM-Technologie mit der bewährten Beschichtungstechnik und hochreinen Chemikalien von TOK habe das Potenzial, die Fertigung von Dünnschichtsolarzellen im industriellen Maßstab zur Marktreife zu bringen. “Unser Ziel ist, leistungsfähigere Photovoltaikanlagen zu entwickeln, welche sowohl die Kosten als auch die Komplexität der Systeme verringern und zudem vielfältigere Einsatzmöglichkeiten mit sich bringen”, sagte Dr. Tze-Chiang Chen, IBM-Vizepräsident für Wissenschaft und Technologie bei IBM Research. “Nun kann die fortschrittliche Technologie von IBM zusammen mit der Erfahrung von TOK beim Anlagenbau das Potenzial der erneuerbaren Energien ausschöpfen”, fügte Dr. Chen hinzu. Yoichi Nakamura, Präsident und Vorstandvorsitzender von TOK ergänzt: “Wir glauben, dass diese Zusammenarbeit in der Entwicklung eine große Chance ist, die Anwendung unserer Technologie in das Feld der Photovoltaik auszuweiten und einen neuen Geschäftsbereich zu etablieren”.

Dünnere Solarzellen auf flexiblen Trägermaterialien
Trotz der intensiven und reichlich vorhandenen Sonneneinstrahlung hätten herkömmliche Solarzellen, die überwiegend auf Siliziumbasis hergestellt werden, einen vergleichsweise niedrigen Wirkungsgrad und seien im Vergleich zu anderen Energiequellen relativ teuer, betonen die IBM-Forscher. CIGS-Solarzellen könnten hingegen 100 Mal dünner sein als Zellen auf der Grundlage von Silizium-Wafern. Außerdem könnten die Dünnschichtzellen auf kostengünstige Glassubstrate aufgebracht werden, was eine weitere Kostenreduktion erlaube. Darüber hinaus könnten Dünnfilmzellen auf flexiblen Trägermaterialien, an Fassaden, auf beschichteten Fenstern und weiteren Oberflächen installiert werden. Die Dünnfilm-Fertigungstechnik erlaube weiter, Solarzellen auf Folien oder Glasplatten zu “drucken”, wodurch viele teuere und energieintensive Produktionsschritte wegfallen.
Weitere Informationen: http://www.ibm.com/ibm/green/index.shtml

19.06.2008 | Quelle: IBM | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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