ISET präsentierte neues Prüfsystem für netzgekoppelte Photovoltaik-Wechselrichter

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Das Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET) demonstrierte am 18. September 2008 im Rahmen des 13. Kasseler Symposiums Energie-Systemtechnik erstmals mit einem Live-Test sein neues Labor für die Prüfung von netzgekoppelten Stromrichtern. Stromrichter, beziehungsweise Wechselrichter wandeln den vom Photovoltaik-Generator erzeugten Gleichstrom in netzüblichen Wechselstrom um. In dem neuen Labor koppeln die Kasseler Forscher einen Wechselrichter zwischen einem PV Generator-Simulator auf der einen und einem Netzsimulator auf der anderen Seite. Die neue Prüfeinrichtung simuliere in nahezu idealer Weise das Verhalten eines Netzanschlusspunktes für dezentrale Stromerzeuger, so das ISET in einer Pressemitteilung.
Darüber hinaus bilde die Prüfeinrichtung auch Solargeneratoren in ihrem dynamischen Verhalten nach. Durch die Variation der simulierten Netz- und Umgebungsbedingungen werde ein Solarstromrichter bei wechselnden Witterungen und unterschiedlichen Netzspannungen überprüft. Außerdem messe die Testeinrichtung die Auswirkungen des Wechselrichters auf das Versorgungsnetz.

Mikrokraftwerke im “Orchester” der dezentralen Stromproduktion
Der Anteil von Wechselrichtern im Stromversorgungsnetz nimmt kontinuierlich zu. Deshalb müssen sie auch mehr Verantwortung im Netzbetrieb übernehmen und sich an der Stabilisierung der Netzspannung und der Netzfrequenz beteiligen. Bisher wurden so genannte Netzdienstleistungen zur Frequenz- und Spannungshaltung fast ausschließlich von großen Kraftwerken übernommen. Die Dezentralisierung in kleine verteilte Mikrokraftwerke stellt für die Technik eine große Herausforderung dar, für die das ISET schon Lösungsansätze erarbeitet hat. Soll nun ein “Orchester” aus sehr vielen Mikrokraftwerken konzertiert zusammenarbeiten, muss deren Verhalten harmonisiert werden. Bleibt man bei dem Vergleich mit einem Orchester, so sind die Mikrokraftwerke die Instrumente, die Frequenz der Takt und die Spannung die Tonhöhe. Die Symphonie ist nur dann wohlklingend, wenn alle Instrumente im gleichen Takt harmonische Töne spielen. Genauso müssen sich die Stromrichter in den Mikrokraftwerken an bestimmte Regeln halten, um einen stabilen Netzbetrieb zu ermöglichen. Um das zu überprüfen, werden die Stromrichter in ihrem Verhalten gründlich getestet.
Mit dem neuen Simulator ist es dem ISET gelungen, vergleichbare und jederzeit wiederholbare Prüfbedingungen für Solarwechselrichter zu schaffen. “Damit die sichere Stromversorgung und die Spannungsqualität auch in Zukunft jederzeit gewährleistet sind, müssen wir die Prüfprozeduren weiter entwickeln und europaweit harmonisieren“, stellt Prof. Jürgen Schmid fest, Vorstandsvorsitzender des ISET.

Forschungsprojekt “Optinos” für Qualitätssicherung und Normenharmonisierung
Die ISET-Forscher haben die Entwicklung des Simulators mit der Spitzenberger & Spies GmbH aus Viechtach im Rahmen des vom Bundesumweltministerium geförderten Forschungsprojekts Optinos (steht für Untersuchungen und Optimierung von Prüf- sowie Testprozeduren zur Qualitätssicherung und Normenharmonisierung an Photovoltaik-Stromrichtern) unterstützt. Neben dem ISET sind führende deutsche Wechselrichterhersteller an dem Forschungsprojekt beteiligt: Conergy AG, Delta Energy Systems, GmbH, Diehl-AKO Stiftung & Co. KG, GE Global Research-Europe, KACO Gerätetechnik, PAIRAN elektronik GmbH, Siemens AG-Bereich Automatisierungstechnik A&D SE PS, SMA Solar Technology AG, Solutronic GmbH, Sputnik Engineering GmbH, STECA Batterieladesysteme und Präzisionselektronik GmbH, Sunways AG, UfE GmbH, Würth Solergy), das VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut aus Offenbach und der Prüfsystemhersteller und die Spitzenberger & Spies GmbH

22.09.2008 | Quelle: ISET | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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