Europäische Solarwärme-Technologieplattform zeigt, wie Solarthermie zur Energiequelle Nummer eins in Europa werden kann

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Eine strategische Forschungsagenda für die Solarthermie (SRA) wurde am 19.12.2008 in Brüssel vorgestellt. Das Papier, das von mehr als 100 Experten der Europäischen Solarwärme-Technologieplattform (ESTTP) erstellt wurde, beschreibt die Forschung und Infrastruktur, die erforderlich sind, um das Ziel zu erreichen, 50 Prozent der Energie für Heizung und Klimatisierung mit solarthermischen Anlagen bereitzustellen. Ein Entwicklungsplan zeigt die gesellschaftlich-politischen Rahmenbedingungen, die dazu erforderlich sind. “Die Solarthermie kann viel mehr liefern als nur warmes Wasser für den Haushalt”, betont der ESTTP-Vorsitzende Gerhard Stryi-Hipp. “Schon heute sind Solarthermie-Kombianlagen für die Brauchwassererwärmung plus Heizungsunterstützung in Zentral- und Mitteleuropa weit verbreitet. Doch um das 50 %-Ziel zu erreichen, müssen neue Systeme entwickelt und eingesetzt werden.”
Die ESTTP hatte ihre Ziele bereits 2006 in ihrer Solarthermie 2030-Vision formuliert. Seither haben zahlreiche Experten aus Industrie und Forschung an der strategischen Forschungsagenda (SRA) gearbeitet, um die Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Aktive Solar-Häuser, die Sanierung mit Solarthermieanlagen, solarthermische Prozesswärme für Industrie und Gewerbe sowie die solare Nahwärmeversorgung sind die zentralen Komponenten der SRA, mit denen die Solarwärmenutzung rasch wachsen soll.

Effiziente Wärmespeicher, Weiterentwicklung der solaren Klimatisierung und Hochtemperatur-Solarkollektoren
Eine der wichtigsten Herausforderungen ist die Entwicklung von kompakten, effizienten Langzeitwärmespeichern. Solche Solar-Speicher würden es ermöglichen, die im Sommer gespeicherte Wärmeenergie auch im Winter kostengünstig zu nutzen. Die Energiedichte von Batterien wurde in den letzten Jahren deutlich gesteigert und auf diese Weise wurden zahlreiche neue Anwendungen möglich, von der Stromversorgung für Computer und Kommunikationstechnik bis hin zum Automobil. Bei der Wärmeversorgung könnte der Verbrauch herkömmlicher Energieträger deutlich gesenkt werden, wenn neue und billige Speichertechnologien breit zum Einsatz kommen, die mit so genannten Phasenwechselmaterialien oder thermochemischen Prozessen arbeiten. Grundlagenforschung ist zudem erforderlich zur Verbesserung der solaren Klimatisierung, für Höchstleistungskollektoren und für die solare Trinkwasseraufbereitung.

Solarwärme als Schlüssel zur Erreichung der Energie- und Klimaschutzziele
Das Lenkungskomitee der ESTTP forderte sowohl die europäischen Institutionen als auch die nationalen Regierungen am 15.12.2008 in Brüssel auf, die Forschungsförderung für die Solarthermie aufzustocken. “Die Vorteile einer verstärkten Nutzung der Solarwärme sind enorm”, betont Stryi-Hipp. “Die Erforschung und Entwicklung der nächsten Generation von Solarthermie-Systemen zu unterstützen, muss für sämtliche Regierungen in Europa Vorrang haben, weil die Solarwärme der Schlüsse ist, um das Ziel zu erreichen, den Anteil der Erneuerbaren bis 2020 auf 20 % zu steigern.” Bei seinem Treffen in Brüssel diskutierte das Lenkungskomitee auch eine mögliche Erweiterung der Plattform um die Biomasse und Geothermie mit Vertretern aus den entsprechenden Industriesektoren.
Technologie-Plattformen sind Instrumente der Europäischen Kommission, um die Technologieführerschaft zu sichern. Die ESTTP wurde vom europäischen Solarwärme-Industrieverband ESTIF und von der EUREC Agency im Mai 2006 gegründet
Die strategische Forschungsagenda (SRA) kann heruntergeladen werden in einer englischen Langfassung (123 S.) mit einer Zusammenfassung unter www.estif.org .
Eine deutsche Kurzfassung (6 S.) ist erhältlich unter www.estif.org

23.12.2008 | Quelle: ESTTP | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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