Photon: Unsicherheit über Photovoltaik-Förderung in Italien wächst

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Zum 1. Dezember 2008 waren in Italien Solarstrom-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 232 Megawatt (MW) installiert, berichtet das Solarstrom-Magazin Photon in einem vorab im Internet veröffentlichten Bericht aus der kommenden Januarausgabe. Anfang des vergangenen Jahres waren es erst 60 Megawatt. Der überwiegende Teil der neu errichteten Anlagen (116 MW) fällt unter die novellierte Einspeiseverordnung „Conto Energia“, die im Februar 2008 in Kraft getreten ist.
Doch die Zukunft des italienischen Einspeisetarifs, der an das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) angelehnt ist und das Wachstums treibt, sei mehr als ungewiss, betont die PHOTON. Hinzu kämen noch die Hürden der italienische Bürokratie.
Das Magazin berichtet von einer großen Ungewissheit hinsichtlich des Bestands des Conto Energia. Der ehemalige und aktuelle Regierungschef Berlusconi, während dessen Oppositionszeit das Gesetz verabschiedet wurde, sei bekanntermaßen kein Freund der erneuerbaren Energien. „Da wundert es nicht, dass die erste Antwort auf die Frage nach der Zukunft des Conto Energia schon am 3. Dezember kam – und es war keine gute. Nicola Cosentino, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, kündigte an, dass das Conto Energia demnächst novelliert und die Photovoltaik-Förderung davon besonders betroffen sein werde. Details nannte er dabei nicht“, kommentiert Stefano Eleuteri, Chefredakteur der italienischen Photon-Ausgabe.

Rückwirkende Steuer erschwert langfristige Kalkulation von Freiflächenanlagen
Weiter berichtet PHOTON von einer möglichen Steuer für Freiflächen-Photovoltaikanlagen, die als Produktionsstätten für elektrischen Strom jährlich Immobiliensteuern an die Kommunen zu zahlen haben. Die so genannte Imposta Comunale sugli Immobili (ICI), gilt laut PHOTON sogar rückwirkend für alle Anlagen, die 2008 auf Ackerflächen gebaut wurden und werde von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich erhoben. Sie variiere gegenwärtig zwischen vier und sieben Prozent des Anlagenwertes. Über einen Zeitraum von 20 Jahren werde damit eine ein Million Euro teure Photovoltaikanlage mit Steuern in Höhe von 80.000 bis 140.000 Euro zusätzlich belastet, rechnet die PHOTON vor. Zudem könne die Zentralregierung den minimalen und maximalen Steuersatz jederzeit ändern, und die Kommune dürfe die Steuerschraube jederzeit bis zum Maximum anziehen.
Der komplette Beitrag „Die Sorgen wachsen: Der italienische Einspeisetarif ist bedroht, außerdem macht eine neue Steuer Ärger“ ist im Internet zugänglich unter http://www.photon.de/photon/pd-2009-01.pdf

12.01.2009 | Quelle: PHOTON Europe GmbH | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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