US-Studie: Kosten für Photovoltaik-Anlagen deutlich gesunken

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Forscher am Lawrence Berkeley National Laboratory (Berkeley Lab; Berkeley, Kalifornien) des US-Energieministeriums haben eine Studie über die Kosten pro installiertem Watt Photovoltaik-Leistung in den Vereinigten Staaten veröffentlicht. Die Untersuchung zeigt, dass der durchschnittliche Preis von Solarstromanlagen zwischen 1998 und 2007 wesentlich gesunken ist, aber in den letzten beiden Jahren des Untersuchungszeitraums relativ unverändert blieb. Die Forscher betonen, dass die allgemeine Kostensenkung für installierte Photovoltaik-Systeme hauptsächlich auf geringere Kosten für Arbeit, Werbung, Wechselrichter und niedrigere Gemeinkosten sowie auf eine verbesserte Systemauslegung zurückzuführen sei, nicht aber auf gesunkene Modulpreise.
„Dies weist darauf hin, dass staatliche und regionale Photovoltaik-Förderprogramme wenigstens teilweise erfolgreich zur Kostensenkung beigetragen haben, weil ihre Auswirkung vermutlich nur hinsichtlich der Modulkosten gering ist“, heißt es in der Studie von Ryan Wiser, Galen Barbose und Carla Petermann, Mitgliedern des Umwelt- und Energietechnologie-Programms des Berkeley Labs. Ein Ziel der Studie war, zuverlässige Informationen über die langfristigen Kosten zu erhalten und zu erfahren, ob staatliche Förderprogramme erfolgreich waren, erklärte Wiser.

Durchschnittliche Kosten pro installiertem Watt Nennleistung sanken zwischen 1998 und 2007 jährlich um 3,5 %
Für die Studie wurden 37.000 netzgekoppelte Solarstromanlagen untersucht, die zwischen 1998 und 2007 in 12 US-Bundesstaaten installiert worden waren. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die durchschnittlichen Kosten pro installiertem Watt in US-Dollar (inflationsbereinigt für 2007) von 10,50 USD (8,19 EUR) im Jahr 1998 auf 7,60 USD (5,93 EUR) im Jahr 2007 gesunken sind, was einem durchschnittlichen jährlichen Rückgang von 3,5 Prozent entspricht. Die Untersuchung zeigt weiter, dass die Kostensenkung nicht von sinkenden Solarmodul-Preisen bedingt war, sondern überwiegend von anderen Faktoren. Laut Studie deutet dies zum Teil darauf hin, dass staatliche und regionale Solarstrom-Förderprogramme relativ erfolgreich waren, um den Wettbewerb in der Branche anzukurbeln und Verbesserungen der Kostenstruktur und Effizienz bei der Montage von PV-Anlagen bewirkten. Zudem seien die Kosten von regionalen Faktoren sowie der Systemgröße abhängig. Die langfristige Kostensenkung fiel laut Studie bei kleineren PV-Systemen am deutlichsten aus, die meist an Privatgebäuden installiert werden. Die Forscher haben aber auch deutliche Skaleneffekte festgestellt: so lagen die Kosten pro Watt in den Jahren 2006 und 2007 bei Anlagen mit einer Nennleistung bis zwei Kilowatt (kW) bei 9,00 USD (7,02 EUR), für Solarstromanlagen mit einer Nennleistung von mehr als 750 kW jedoch bei durchschnittlich 6,80 USD (5,30 EUR). Die Kosten variierten zudem stark zwischen den untersuchten US-Bundesstaaten. Demnach kosteten zwischen 2006 und 2007 fertiggestellte Anlagen mit weniger als 10 kW in Arizona durchschnittlich 7,60 USD (5,93 EUR), in Maryland hingegen 10,60 USD (8,26 EUR) pro Watt. Die Autoren der Studie betonen, dass Kosten für Photovoltaik-Systeme durch gezielte Förderprogramme merklich gesenkt werden können.

Weniger Zuschüsse, stattdessen staatliche Steuerbegünstigung

Die Studie dokumentiert, dass die Förderung in Form direkter Zuschüsse der Bundesstaaten oder im Rahmen regionaler PV-Programme im Untersuchungszeitraum zurückging, während Anreize, wie die staatlichen Steuerfreibeträge für Investitionen (investment tax credits, ITC) an Bedeutung gewonnen haben. Wegen der Erhöhung der ITC für gewerbliche Photovoltaikanlagen im Jahr 2006 erreichte die Förderung der kommerziellen Solarstromanlagen 2007 mit 3,90 USD (3,04 EUR) pro Watt einen historischen Höchststand. Die Förderung für private Systeme lag 2007 nach Steuern durchschnittlich bei 3,10 USD (2,42 EUR) pro Watt, dem niedrigsten Stand seit 2001. Weil die Förderung privater PV-Anlagen im Untersuchungszeitraum gesunken war, blieben die Kosten seit 2001 unter dem Strich relativ konstant. Im gleichen Zeitraum sanken die Kosten für gewerbliche PV-Systeme deutlich: von 5,90 USD (4,60 EUR) pro Watt im Jahr 2001auf 3,90 USD (3,04 EUR) im Jahr 2007. Diese Kostensenkung um 32 Prozent sei hauptsächlich der steigenden ITC-Förderung zu verdanken, heißt es in der Studie, die unter anderem vom US-Energieministerium und der Clean Energy Sates Alliance (Montpelier, Vermont) finanziert wurde.
Der vollständige Bericht ist im Internet zugänglich als PDF-Dokument (42 S..) unter der Adresse: http://eetd.lbl.gov/ea/emp/reports/lbnl-1516e.pdf

02.03.2009 | Quelle: Lawrence Berkeley National Laboratory | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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