Gabriel begrüßt Unternehmerinitiative zu Solarthermie-Kraftwerken in der Wüste

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Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat die deutsche Unternehmensinitiative zum Bau von solarthermischen Kraftwerken in Wüstenregionen begrüßt, mit der 15 Unternehmen und Institutionen, darunter der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück und der Elektrokonzern Siemens riesige Solarstrom-Anlagen in der afrikanischen Wüste errichten wollen. “In Afrika und Ländern des Mittleren Ostens bergen die erneuerbaren Energien ein enormes Potenzial. Dieses Potenzial kann mittels solarthermischer Kraftwerke erschlossen werden. Die Errichtung solcher Kraftwerke in Verbindung mit einem Stromverbund im Mittelmeerraum liegt im europäischen Interesse”, sagte Gabriel. Noch seien die solarthermischen Kraftwerke und der Stromverbund eine Vision. Die Umsetzung dieses Vorhabens ist sehr ehrgeizig und bedürfe erheblicher finanzieller Anstrengungen, betont der Minister.

Solarthermische Stromerzeugung in sonnenreichen Ländern auf dem Vormarsch
Solarthermische Kraftwerke sind in erster Linie für den Einsatz in Ländern des Sonnengürtels geeignet. Denn sie sind auf direkte Sonnenstrahlung angewiesen. Deren Anteil ist in Deutschland zu gering. Doch in sonnenreichen Ländern sind die verschiedenen Technologien solarthermischer Stromerzeugung auf dem Vormarsch.

Studien belegen enormes Potenzial
In den vergangenen Jahren hatte das Bundesumweltministerium in drei Studien untersuchen lassen, welche Perspektiven die erneuerbaren Energien in Nordafrika haben. Das Ergebnis sei deutlich, heißt es in der Pressemitteilung. Allein mit Solarenergie könne man in Nordafrika so viel Strom produzieren, dass der Eigenbedarf gedeckt werden kann und zusätzlich erhebliche Mengen exportiert werden könnten. Vor allem solarthermische Kraftwerke hätten dort ein enormes Potenzial. Dies betont die Bundesregierung auch in dem Solarplan im Rahmen der Union für das Mittelmeer.

Solarplan im Rahmen der Union für das Mittelmeer
Gabriel wies darauf hin, dass die entscheidenden Weichen zur Gründung eines Stromverbundes auf europäischer Ebene bzw. im Rahmen der Union für das Mittelmeer gestellt werden müssen. Das gelte für die technischen ebenso wie für die rechtlichen Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Durchleitung des Stroms. Gabriel: “Deshalb treiben wir die Entwicklung und Umsetzung des Solarplans im Rahmen der Union für das Mittelmeer voran.” Auf dem Treffen der 16 größten Industrie- und Schwellenländer Ende Mai in Paris wurde von deutscher Seite ein Vorschlag zur verstärkten Technologieentwicklung und zum weltweiten Ausbau solarthermischer Kraftwerke eingebracht.
Weitere Informationen auf dem Solarserver:
Solarstrom aus der Wüste: Erneuerbare Energien im transeuropäischen Verbund.
Interview: Desertec – Strom aus der Wüste: Chance oder Fehler?

16.06.2009 | Quelle: BMU | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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