Solar Impulse präsentiert Prototypen für ersten bemannten Solar-Flug

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Am 26. Juni 2006 lüftet sich auf dem Militärflughafen Dubendorf bei Zürich in der Schweiz der Vorhang für das erste bemannte Solar-Flugzeug, den Prototypen, “Solar Impulse HB-SIA”. So groß wie ein Airbus A-340, so leicht wie ein Mittelklassewagen und mit der Leistungsstärke eines Motorrads soll der Prototyp beweisen, dass es möglich ist, allein mit der gespeicherten Kraft der Sonne (Photovoltaik) Tag und Nacht hindurch zu fliegen. Das Team um die beiden Schweizer Pioniere Bertrand Piccard und Andre Borschberg stellt das Flugzeug am 26. Juni zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor und informiert über die nächsten Schritte bis zum ersten bemannten Solarflug um die Welt, der ganz ohne Treibstoff auskommt und keine Schadstoffe produziert. Prominente Gaste aus dem In- und Ausland werden bei der Weltpremiere anwesend sein.

Eine Revolution in der Nutzung erneuerbarer Energien
Das Rekordflugzeug „Solar Impulse HB-SIB“, mit dem Piccard und Borschberg ab 2012 die Welt umrunden wollen, wird den Prototypen in seinen Dimensionen und seiner Leistungsfähigkeit noch übertreffen. Mit dem Vorhaben wollen Piccard und Borschberg das immense Potenzial erneuerbarer Energien aufzeigen – und damit nicht weniger als eine Revolution in der Verwendung erneuerbarer Energien in Gang setzen: Solar Impulse soll die Technologien vorantreiben, die helfen werden, langfristig unabhängig von fossilen Brennstoffen zu werden, und gleichzeitig möglichst viele Menschen dazu anregen, ihren eigenen Energieverbrauch einzuschränken.

Antriebsleistung entspricht dem Verbrauch eines mit 200 Glühlampen geschmückten Weihnachtsbaumes
Die 12.000 hauchdünnen Solarzellen aus monokristallinem Silizium, die auf den Tragflächen von Solar Impulse angebracht werden, haben eine Stärke von 180 Mikrometern und zeichnen sich durch ein gutes Gewicht-Wirkungsgrad-Verhältnis aus. Ein noch höherer Wirkungsgrad, wie z.B. bei Weltraum-Modulen, hätte gleichzeitig mehr Gewicht und damit Nachteile für den Nachtflug bedeutet, die kritischste Flugphase. Derzeit kann jeder Quadratmeter Solarzellen einen Propeller lediglich mit einer konstanten Leistung von 28 Watt versorgen – dem Äquivalent einer Glühbirne. Wie das Flugzeug mit einer Energiemenge, die dem Verbrauch eines mit 200 Glühlampen geschmückten Weihnachtsbaumes entspricht, in der Luft bleiben kann, wollen Piccard und Borschberg demonstrieren: durch kluges Management der knappen Ressourcen und effiziente Gestaltung aller Komponenten. Die für den Nachtflug benötigten Batterien stellen die größte Herausforderung dar. Bei einer Energiedichte von mehr als 200 Wh/kg wiegen sie 400 kg – mehr als ein Viertel des Gesamtgewichts des Flugzeugs. Der Flug durch die Nacht ist daher nur möglich, wenn die gesamte Energiekette optimiert und gleichzeitig das Gewicht des Flugzeugs drastisch gesenkt wird.

26.06.2009 | Quelle: Solar Impulse | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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