Solarthermische Kraftwerke: US-Marktforscher Isuppli erwartet 37-faches Wachstum bis 2014

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Am 18.05.2010 gab das Marktforschungsunternehmen Isuppli Corporation (El Segundo, Kalifornien, USA) Prognosen bekannt, nach denen die solarthermische Stromproduktion (concentrated solar power, CSP) im Jahr 2014 rund 37-mal so groß sein wird als 2009. Die installierte Leistung soll auf 10,8 Gigawatt (GW) steigen. Das Unternehmen sagt voraus, dass die Photovoltaik hingegen nur um das Sechsfache wachsen und bis 2014 eine installierte Leistung von 45,2 GW erreicht werde. Dies bedeute zwar eine größere Gesamtstrommenge, aber ein weniger starkes Wachstum als bei der CSP-Technologie. Laut Isuppli sind Nordafrika, China und Australien die nächsten Kandidaten für die Ausweitung der solarthermischen Kraftwerke. Mehr und mehr Solarturm-Anlagen und Dish-Systeme sollen installiert werden, heißt es in der Pressemitteilung. “Momentan sind etwa 10 CSP-Kraftwerke am Netz, aber bis Ende 2011 sollen es bis zu 40 werden. Zusätzlich befinden sich 100 weitere Anlagen von 30 Anbietern in der Planungsphase”, sagte der Hauptverantwortliche für Entwicklung bei Isuppli, Greg Sheppard.
CSP-Aktionäre glauben auch, 2010 sei das Jahr, in dem die Technologie sich wirklich auf dem Markt durchsetzen könnte, selbst wenn sich die Unternehmen um Landerwerbsrechte kümmern müssen. Dies dauere viel länger als die Technologieentwicklung, und gleichzeitig müssten der Wasserverbrauch, die Auswirkungen auf die Natur und die Stromübertragungsmöglichkeiten untersucht werden. Die Stromnetze könnten in manchen Ländern zu Engpässen führen, auch in den USA.

Netzanschluss der geplanten Anlagen als Grundlage der Schätzung
Um eine Leistung von 10,8 GW zu erreichen, seien nicht unbedingt neue Anlagen nötig. Die Fertigstellung der in der Entwicklung befindlichen Kraftwerke würde ausreichen. Die allermeisten davon liegen in Südkalifornien und Spanien; Ein Kraftwerk mit CSP-Komponenten wurde in Ägypten gebaut. Auch für Zypern und Malta seien CSP-Anlagen vorgesehen, und Hybridkraftwerke (CSP/Erdgas) würden derzeit in Marokko und Algerien entwickelt.
Schwerpunkt bei Turmanlagen und Dish-Technologien
Die Mehrzahl der derzeit betriebenen CSP-Anlagen beruhen auf der Parabolrinnen-Technologie. Das bedeutet, dass lange verspiegelte Rinnen das Sonnenlicht auf ein zentrales Absorberrohr mit einer Flüssigkeit lenken. Es gibt aber auch einige andere Bauarten, die das Sonnenlicht noch stärker konzentrieren und damit höhere Temperaturen der Wärmeträgerflüssigkeit erzielen können. Isuppli prognostiziert, dass Turmanlagen und Dish-Systeme in den nächsten Jahren die Parabolrinnen-Technologie einholen werden. Solarturm-Systeme können das Sonnenlicht viel stärker konzentrieren. Die bestehenden Anlagen dieser Art, PS10 und PS20, in der Nähe von Sevilla (Spanien), gelten gemeinhin als Musterbeispiele für künftige Turmkraftwerke.

21.05.2010 | Quelle: Isuppli Corporation | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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