Südafrikas Markt bietet Chancen für erneuerbare Energien: Solar- und Windprojekte mit einer Gesamtkapazität von 20.000 MW geplant

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Die Zeichen für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Südafrika stehen günstig, berichtet die Exportinitiative Erneuerbare Energien. Durch Bestrebungen zur Liberalisierung des Strommarktes, die Einführung von Einspeisetarifen und die Ausschreibung vielversprechender Großprojekte soll die Branche Fahrt aufnehmen. Südafrikas Energieversorgung beruht derzeit fast ausschließlich auf dem heimischen Abbau von Kohle. Daher spielt die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien noch eine untergeordnete Rolle. Um die Abhängigkeit von auf Kohle basiertem Strom und den CO2-Ausstoß zu verringern, gibt es aktuellen Angaben zufolge 384 Angebote von privaten Unternehmen, die insgesamt 20.000 MW aus EE-Projekten erzeugen wollen. Jeweils ein Viertel soll dabei aus Solar- und Windenergie gewonnen werden. Des Weiteren sucht das Land seit Oktober 2010 Investoren für den Bau eines 5-GW-Solarprojekts (Photovoltaik, solarthermische Kraftwerke und Konzentrator-Photovoltaik). Der südafrikanische Energieminister, Dipuo Peters, bezeichnet das Projekt als einen "Meilenstein" in der Entwicklung einer auf erneuerbaren Energien basierenden Energieversorgung.

Kohleverstromung problematisch
Der staatliche Stromversorger Eskom deckt zurzeit 95 Prozent des Strombedarfs und ist alleiniger Aufkäufer privatwirtschaftlich erzeugter Energie, ist hierzu jedoch nicht verpflichtet. Da dies zu Unsicherheiten auf Seiten der Investoren und deren Projekte führt, gibt es schon seit 1998, dem Weißbuch der Energiepolitik folgend, Bestrebungen für eine Liberalisierung und Diversifizierung des Strommarktes. Die fast 90-prozentige Nutzung der Kohleverstromung ist nicht nur unter klimapolitischen Gesichtspunkten problematisch. Zudem ist es in der jüngeren Vergangenheit häufiger zu Stromausfällen aufgrund von Kapazitätsengpässen gekommen, mit negativen Folgen für die Endverbraucher und das produzierende Gewerbe. Diese Engpässe sollen nun verstärkt mit Hilfe der erneuerbaren Energien ausgeglichen werden. Offiziellen Zielen zufolge will Südafrika seine Treibhausgasemissionen bis 2020 um 34 Prozent und bis 2025 um 42 Prozent reduzieren. Die Einführung einer CO2-Steuer könnte zur Erreichung dieses Ziels nützlich sein. Mit der Einführung des "Renewable Energy Feed-In Tariff" (REFIT) im März 2009 wurde ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung klimafreundliche Energieversorgung getan. Die Ausgestaltung der Umsetzungsverordnung wird derzeit vorbereitet.
Warmwasserversorgung von 50 Prozent der Privathaushalte soll bis 2020 durch Solarthermie gedeckt werden
Als einen weiteren Schritt in Richtung klimaschonende Energieversorgung fokussiert die Regierung die Wärmeerzeugung auf Basis regenerativer Technologien mit spezifischen Maßnahmen. Die Strategie sieht bis 2014 die Installation von einer Million solarthermischer Anlagen vor. Bis 2020 soll die Warmwasserversorgung von insgesamt 50 Prozent der Privathaushalte durch Solarthermie gedeckt werden. Damit soll nicht nur ein erhebliches Maß an Energie eingespart, sondern auch der Lebensstandard von einkommensschwachen Haushalten erhöht werden.
Trotz der noch vielen Unsicherheiten für ausländische Investoren durch die staatliche Regulierung des Energiemarktes, deuten die südafrikanischen Bestrebungen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien und für eine Diversifizierung des Marktes laut Exportinitiative auf zukünftig gute Marktchancen hin.
Weitere Informationen, Eskom, dena-Länderprofil Südafrika

13.12.2010 | Quelle: Exportinitiative Erneuerbare Energien | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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