TU Ilmenau startet Photovoltaik-Forschungsinitiative mit Schwerpunkten Silizium-Solarzellen und Polymer-Solarzellen

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Die Technische Universität Ilmenau startet eine groß angelegte Initiative zur Erforschung der Sonnenenergienutzung. Angesichts des weltweit steigenden Rohstoffbedarfs bei immer knapper werdenden fossilen Ressourcen will sie mit einer Reihe aufeinander abgestimmter Maßnahmen ihre führende Rolle in der Erforschung neuer Energie- und Umwelttechniken in Thüringen ausbauen.
Die Auftaktveranstaltung findet am 11. August statt, unter dem Motto: „Innovativ – regenerativ: Kick-Off für eine Solar-Forschungsinitiative“.

Freilandanlage zur Prüfung von Photovoltaik-Komponenten und -Systemen
Aktuelle Forschungsschwerpunkte der TU Ilmenau zur Photovoltaik sind Silizium-Solarzellen der nächsten Generation und neuartige Polymer-Solarzellen, die aufgrund ihrer besonders leichten Bauweise und hohen Flexibilität in verschiedensten Anwendungsbereichen ein setzbar sind. Derzeit errichten die Ilmenauer Photovoltaik-Forscher eine hoch effiziente Freiland-Prüf- und Versuchsanlage (OPAL), die es künftig ermöglichen wird, Photovoltaik-Komponenten und -Systeme für Forschung und Lehre zu untersuchen.

Stiftungsprofessur Photovoltaik
Bereits seit 20 Jahren entwickelt die TU Ilmenau innovative Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien. Nun wird die Forschung durch eine neue Stiftungsprofessur ausgebaut. Die Stiftungsprofessur Photovoltaik wurde gemeinsam von einem Konsortium Thüringer Solar-Unternehmen und der Ernst-Abbe-Stiftung, die sich der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Innovation verpflichtet fühlt, eingerichtet.
Die feierliche Übergabe der Ernennungsurkunde an den neuen Stiftungsprofessor Dr. Thomas Hannappel steht am Anfang der Kick-Off-Veranstaltung „Innovativ – regenerativ“. Hannappel, Jahrgang 1964, studierte an den Technischen Universitäten in Aachen und Berlin, wo er auch promovierte und habilitierte. Zuletzt leitete er kommissarisch das Institut „Materialien für Photovoltaik” am Hahn-Meitner-Institut in Berlin.

Photovoltaik-Professur eingebunden in Forschungscluster zum „Nanoengineering“ und zur „Antriebs-, Energie- und Um weltsystemtechnik“
Die am Institut für Physik der TU Ilmenau angesiedelte neue Photovoltaik-Professur ist eingebunden in die Forschungscluster „Nanoengineering“ und „Antriebs-, Energie- und Um weltsystemtechnik“ der Universität. Im Rahmen dieser Cluster bearbeiten die Ilmenauer Wissenschaftler über Fakultätsgrenzen hinweg interdisziplinär den komplexen Prozess von der Energieerzeugung und -speicherung über die Energiewandlung bis hin zur Energiesteuerung und -verteilung.
Die Photovoltaik-Forschung ist daher eng mit einer Reihe anderer Technologiefelder verknüpft, etwa der Energietechnik und Energetik, der Umwelttechnik, der Optik und Optoelektronik, den Neuen Werkstoffen sowie den Mikro- und Nanotechnologien. Für diese interdisziplinäre wissenschaftliche Arbeit verfügt die TU Ilmenau mit dem Zentrum für Energietechnik und dem Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien über eine hervorragend ausgestattete technologische Infrastruktur.

Neuer Studiengang „Regenerative Energietechnik“
In der Lehre wird die gesamte Energie- und Solartechnik behandelt. Dazu plant die TU Ilmenau, ergänzend zum bestehenden Masterstudiengang „Electrical power and control engineering“, zum Wintersemester 2011/12 den Studiengang „Regenerative Energietechnik“ einzuführen. Die ersten Studierenden werden bereits im Oktober ihr Masterstudium in Ilmenau aufnehmen können. Damit wird die TU Ilmenau zu einer der bedeutendsten Ein richtungen für die Aus- und Weiterbildung des akademischen Nachwuchses auf dem Ge biet Energietechnik und Photovoltaik in Deutschland.

An-Institutsvertrag mit dem CiS-Forschungsinstitut für Mikrosensorik und Photovoltaik
Nach der feierlichen Ernennung von Thomas Hannappel zum Stiftungsprofessor Photovoltaik wird die TU Ilmenau bei der Kick-Off-Veranstaltung einen An-Institutsvertrag mit dem CiS-Forschungsinstitut für Mikrosensorik und Photovoltaik GmbH Erfurt unterzeichnen. Damit wird, neben dem Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme gGmbH (IMMS) und dem Thüringer Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung e.V. Rudolstadt (TITK) eine weitere Thüringer Forschungseinrichtung An-Institut der TU Ilmenau. Im Rahmen eines „Memorandum of Understanding“ wird die TU Ilmenau die Intensivierung der künftigen Zusammenarbeit mit dem renommierten Helmholtz-Zentrum Berlin besiegeln.
Nachdem am Ende der Veranstaltung „Innovativ – regenerativ“ Prof. Gerhard Gobsch den neuen Masterstudiengang „Regenerative Energietechnik“ vorgestellt haben wird, finden Führungen durch das Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien und die Prüf- und Versuchsanlage OPAL statt.

Termin: 11.08.2011, 13.00 Uhr, TU Ilmenau, Gustav-Kirchhoff-Str. 5, Meitnerbau (ehemals: APZ), Konferenzräume

10.08.2011 | Quelle: TU Ilmenau; Bild: ari | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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