BSW-Solar appelliert an Bundesländer, die drastischen Kürzungen bei der Solarstrom-Förderung zu entschärfen

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Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar, Berlin) appelliert an die Ministerpräsidenten der Bundesländer, die vor einer Woche im Deutschen Bundestag beschlossenen drastischen Einschnitte bei der Solarstrom-Förderung zu entschärfen. Die von der Bundesregierung geplante Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) kann vom Bundesrat mit einer Zweidrittel-Mehrheit aufgehalten werden.

Die Solar-Branche hofft, dass zumindest über den Einsatz des Vermittlungsausschusses noch Nachbesserungen am Gesetzesentwurf erzielt werden können. Die Länderkammer entscheidet am 11.05.2012 über das weitere Vorgehen. Selbst bei einigen unionsregierten Bundesländern zeichne sich inzwischen deutliche Kritik am Gesetzesentwurf ab, berichtet BSW-Solar in einer Pressemitteilung.

PV-Anlagen zwischen 10-100 kWp besonders betroffen
Nachbesserung durch die Bundesländer erhofft sich die Solarbranche insbesondere bei Photovoltaik-Anlagen in der Größenklasse 10-100 Kilowattpeak, in der bis Anfang 2013 mit bis zu 45 Prozent besonders starke Fördereinschnitte vorgesehen sind. Der Betrieb neuer Solarstromanlagen dürfte sich laut BSW-Solar andernfalls kaum noch rentieren. Dieses Segment machte 2011 rund 50 Prozent des Photovoltaik-Marktes aus.
Betroffen sind Solarstromanlagen auf Schuldächern, Mehrfamilienwohnhäusern, landwirtschaftlichen Gebäuden und Gewerbebetrieben. „Hier haben sich in der letzten Zeit viele Genossenschaften und Bürgerbeteiligungen gebildet. Diesen darf die Politik jetzt nicht die Grundlage entziehen. Für den Erfolg und die Akzeptanz der Energiewende ist es von großer Bedeutung, dass auch in Zukunft Menschen mit kleinem Geldbeutel oder Mieter ohne eigenes Hausdach an der Energiewende teilhaben können“, so Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer von BSW-Solar.

Mittleres Marktsegment muss erhalten bleiben
Der Solar-Verband fordert deshalb die Politik auf, dieses Marktsegment zu erhalten und die Solarstrom-Einspeisevergütung nicht wie geplant von bislang 24,4 auf 16,5 Cent je Kilowattstunde (kWh) zu reduzieren, sondern in diesem Frühjahr zunächst auf maximal 18,5 Cent/kWh abzusenken.
Nicht hinnehmbar sei zudem, dass Solarstrom-Anlagenbetreiber in diesem Marktsegment zukünftig für zehn Prozent des erzeugten Solarstroms überhaupt keine Förderung mehr erhalten sollen. Dies komme einer zusätzlichen Förderkürzung gleich und erhöhe das Investitionsrisiko, da der Eigenverbrauch von Solarstrom hier im Regelfall nicht möglich sei. Statt zu beschleunigen, bremse die Bundesregierung bei der Energiewende, so BSW-Solar.

04.04.2012 | Quelle: BSW-Solar | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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