Rekordzubau von Photovoltaik- und Windenergie-Anlagen im Jahr 2014 fördert Entkopplung des weltweiten Wirtschaftswachstums vom CO2-Ausstoß

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Vorgaben für erneuerbare Energien und andere Förderprogramme, die es inzwischen in 164 Ländern gibt, haben das Wachstum der Solar-, Wind- und anderen Erneuerbare-Energien-Technologien angetrieben und die installierte Leistung 2014 auf ein Rekordhoch gebracht.
Laut dem „Renewables 2015 Global Status Report“ von REN21 wurden im letzten Jahr Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 135 Gigawatt (GW) zugebaut und brachten die weltweit installierte Leistung auf 1.712 GW. Das sind 8,5 % mehr als 2013.
Obwohl der weltweite Energieverbrauch in den letzten Jahren im Durchschnitt um 1,5 % pro Jahr gestiegen ist und das Bruttoinlandsprodukt um 3 %, haben sich die CO2-Emissionen gegenüber 2013 nicht erhöht. Zum ersten Mal seit vierzig Jahren sei die Weltwirtschaft ohne einen gleichzeitigen CO2-Anstieg gewachsen, betont REN21.
Hauptgründe für diese bahnbrechende „Entkopplung” seien, dass China immer mehr erneuerbare Energiequellen nutzt und OECD-Länder ein nachhaltigeres Wachstum fördern, durch Energieeffizienz-Maßnahmen und Erneuerbare.
„Erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind wesentlich, um die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu beschränken und den gefährlichen Klimawandel zu verhindern“, sagt der REN21-Vorsitzende Arthouros Zervos, der der Bericht auf dem Vienna Energy Forum in Wien vorstellte.

2014 wurden Photovoltaik-, Wind- und Wasserkraftwerke mit 128 Gigawatt zugebaut
Dank Förderprogrammen in mindestens 145 Ländern (2013 waren es noch 138 Länder) wurden 2014 weltweit Wind-, Photovoltaik- und Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 128 Gigawatt installiert. Zum Jahresende entfielen rund 27,7 Prozent der weltweit installierten Gesamtleistung auf Erneuerbare-Energien-Anlagen. Diese deckten etwa 22,8 % des weltweiten Strombedarfs.

Installierte PV-Leistung 48 mal so hoch wie 2004
Am stärksten war der Zuwachs bei der Photovoltaik: Die installierte Leistung stieg von 3,7 GW im Jahr 2004 auf 177 Gigawatt im Jahr 2014. Die installierte Windleistung wuchs im selben Zeitraum von 48 GW auf 370 GW.
Weltweit wurden im Berichtsjahr 270,2 Milliarden US-Dollar in die erneuerbare Stromerzeugung investiert (ausgenommen Wasserkraftwerke >50 MW), das sind 17 % mehr als 2013. Mit den großen Wasserkraftwerken waren es sogar 301 Milliarden USD.
Die Investitionen in Erneuerbare waren somit doppelt so hoch wie in fossile Kraftwerke. Bereits seit fünf Jahren in Folge wurde mehr in die regenerative Stromerzeugung investiert als in die herkömmliche.
In den Schwellen- und Entwicklungsländern lagen die Erneuerbare-Investitionen mit 131,3 Milliarden USD um 36 % über dem Vorjahr.

China, USA, Japan, UK und Deutschland investierten am meisten
Von den Investitionen in den Schwellenländern entfiel der größte Teil auf China (63 %), aber auch Chile, Indonesien, Kenia, Mexiko, Südafrika und die Türkei steckten jeweils über eine Milliarde USD in erneuerbare Energien.
Gemessen an der Gesamt-Investitionssumme pro Land führen China, die USA, Japan, Großbritannien und Deutschland die Rangliste an. Bezogen auf die Investitionssumme pro Kopf und bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt liegen Burundi, Kenia, Honduras, Jordanien und Uruguay ganz vorne.
Das Wachstum des Sektors könnte noch größer sein, wenn die jährlichen Fördermittel für fossile Kraftwerke und Atomkraftwerke in Höhe von 550 Milliarden USD wegfielen, betont REN21. Die Förderungen hielten die Preise für Strom aus diesen Anlagen künstlich niedrig, vergeudeten die Rohstoffe und verhinderten den Wettbewerb durch erneuerbare Energien.
„Würde die Förderung der Stromerzeugung mit fossilen Kraftwerken und AKW weltweit abgeschafft, wäre offensichtlich, dass Erneuerbare die kostengünstigste Option sind“, sagte die Geschäftsführerin von REN21, Christine Lins.

7,7 Millionen Menschen arbeiten im Erneuerbare-Energien-Sektor
Auch die Beschäftigung im Sektor der Erneuerbaren wächst rasch. 2014 arbeiteten rund 7,7 Millionen Menschen weltweit direkt oder indirekt in dieser Branche.
Trotz des spektakulären Zubaus an Erneuerbare-Energien-Kapazitäten im Jahr 2014 haben immer noch über eine Milliarde Menschen oder 15 % der Weltbevölkerung keinen Zugang zu Strom.
In ganz Afrika sind weniger Stromerzeugungs-Anlagen (147 GW) installiert als in Deutschland. REN21 lenkt die Aufmerksamkeit auf die Rolle dezentraler Erneuerbarer-Energien-Anlagen, die in abgelegenen, ländlichen Gegenden wichtige Dienste leisten könnten.
Der Renewables 2015 Global Status Report kann heruntergeladen werden unter:

18.06.2015 | Quelle: REN21 | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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