Elektromobilitäts-Projekt ePlanB: Letzer Feldtest gestartet; Laden in Zeiten hoher Photovoltaik-Erzeugung

Mit der Übergabe von Elektroautos an 14 neue Projektteilnehmer startete am 19.09.2016 in Buchloe

die vierte und letzte Feldtestphase des Forschungsprojekts „ePlanB“, in der das gesteuerte Laden von Elektrofahrzeugen weiter optimiert werden soll.
Bereits die dritte Testphase hat gezeigt: Dank der intelligenten Steuerung wird zum Laden der Fahrzeuge mehr regenerativ erzeugter Strom aus der Region genutzt.

Fahrzeuge laden zu Zeiten hoher Solarstrom-Produktion
Das Forschungsvorhaben ePlanB ist drei Jahre angelegt. Die Projektpartner untersuchen neben netztechnischen Aspekten auch, inwiefern das Lademanagement-System im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit optimiert werden kann – etwa indem die Fahrzeuge zu Zeiten günstigen Börsenstroms laden.
„Wir haben ein intelligentes Lademanagement entwickelt, das die Batterien von geparkten Elektroautos dann auflädt, wenn die heimischen Photovoltaik-Anlagen viel Strom in das Netz einspeisen. Damit nutzen wir die dezentrale Energieerzeugung aus der Region besser und können die Netzinfrastruktur effizienter betreiben“, sagt Eckart Wruck, Leiter Elektromobilität bei den Lechwerken AG.

Intelligente Ladesteuerung erstellt einen Ladeplan
Das gesteuerte Laden am Park-and-Ride-Platz am Bahnhof Buchloe startete im September 2015. Seitdem geben die Pendler über ein Online-Portal oder über ein zentrales Eingabeterminal Daten zum Ladezustand der Batterie und dem geplanten Abfahrtszeitpunkt ein.
Die intelligente Ladesteuerung erstellt für jedes Fahrzeug einen Ladeplan, sobald das Fahrzeug an die Ladesäule gesteckt wird. Dieser errechnet sich aus den Prognosen der Photovoltaik-Erzeugung und den Eingaben des Pendlers zum Ladezustand und Abfahrtszeitpunkt. Ziel des Ladeplans ist es, den Ladevorgang in Zeiten zu verschieben, in denen heimische PV-Anlagen besonders viel Strom erzeugen.

Mehr regional erzeugter Strom wird für das Laden genutzt
„Ganzheitlich betrachtet stoßen Elektrofahrzeuge bereits heute weniger Emissionen aus als Verbrenner. Diese Emissionen können weiter reduziert werden, wenn zu Zeiten hoher Erzeugung der Erneuerbaren geladen wird. Und das ist ein großer Erfolg des Lademanagements. Es wird jetzt deutlich mehr regional erzeugter Strom für das Laden genutzt als bisher: Beim ungesteuerten Laden stammten 49 Prozent des Ladestroms aus PV-Anlagen der Region. Diesen Anteil konnten wir durch das Lademanagement auf 85 Prozent steigern“, sagt Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Mauch, Geschäftsführer der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE).
Außerdem wurde in der dritten Feldtestphase untersucht, inwiefern das Lademanagement-System bestimmte Vorgaben des Verteilnetzbetreibers einhalten kann, etwa bei Engpässen im Stromnetz. „Dazu haben wir am Pendlerparkplatz bewusst viele Elektrofahrzeuge gleichzeitig laden lassen. Wir konnten dabei zeigen, dass auch unter diesen Bedingungen Spannungsgrenzen im Stromnetz eingehalten werden“, so Prof. Mauch.

Pendler sollen für das Thema Elektromobilität sensibilisiert werden
Ein weiteres Ziel des Projekts besteht darin, Pendler stärker für das Thema Elektromobilität zu sensibilisieren. Die Befragungen der Teilnehmer aus den bisherigen Testphasen zeigen, dass sie von dem Fahrerlebnis mit den Elektroautos begeistert sind.
Der Feldtest besteht aus vier Phasen, in denen insgesamt 56 Pendler für jeweils sechs Monate ein Elektroauto erhalten.
Das Projekt ePlanB wird vom Landkreis Ostallgäu, der Stadt Buchloe, der Lechwerke AG (LEW), der LEW Verteilnetz GmbH (LVN) und der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) durchgeführt.

24.09.2016 | Quelle: Lechwerke AG; Bild: Christina Bleier | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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