„PPAs sind ein sehr attraktives Modell“

Der Strom der 2017 erbauten Solaranlage Haigh Hall bei Wakefield geht zu 100 Prozent an das nahegelegene Werk von Coca-Cola. Foto: Athos Solar
Zwei Beispiele in Großbritannien zeigen, dass privatwirtschaftliche Abnahmeverträge von Strom aus Solarparks einen großen Anreiz setzen, diese zu bauen.

Die beiden Anlagen Haigh Hall bei Wakefield und Gilleys Dam in Cornwall haben je eine Gesamtleistung von fünf Megawatt peak und werden auf Basis von „Private Wire Power Purchase Agreements“ (PPAs) betrieben. Abnehmer des Solarstroms sind zwei produzierende Industrieunternehmen, die in direkter Nachbarschaft Werke unterhalten und sich im Rahmen der PPAs vertraglich verpflichtet haben, über einen Zeitraum von 15 bzw. 20 Jahren den Strom abzunehmen. Athos Solar behält und betreibt seinerseits eine der Anlagen, eine weitere Anlage wurde an einen institutionellen Anleger veräußert.

„PPAs sind ein für beide Seiten sehr attraktives Modell: Die Direktabnehmer-Kunden profitieren von besonders umweltfreundlich erzeugtem und günstigem Strom. Wir als Projektentwickler und zugleich Stromlieferant haben unsererseits die Sicherheit, dass wir die Anlage langfristig profitabel betreiben können. Eine echte Win-Win-Situation also“, erklärt Christian Linder, Geschäftsführer von Athos Solar. „Maßgeblich kommt es auf den Bedarf und die Bonität der Abnehmer an, da man einen Vertrag über 15 und mehr Jahre schließt. Diese Bedingungen entscheiden dann auch über die Refinanzierungsmöglichkeit bzw. die Veräußerbarkeit eines solchen Solarparks.“

Bei Private Wire PPAs erklären sich Unternehmen aus der Umgebung langfristig bereit, den Strom eines Solarparks zu festen Konditionen abzunehmen. Der Projektentwickler bleibt in Besitz der Anlage und liefert den Strom vollständig und ortsnah ohne Umwege über das öffentliche Stromnetz an den Kunden. Die 2017 erbaute Anlage Haigh Hall bei Wakefield wird bereits mit einem solchen PPA betrieben. Athos Solar wandelte dort sechs Hektar ehemalige Agrarfläche mit schlechter Bodenqualität in einen modernen Solarpark mit fünf Megawatt peak Leistung um. Der erzeugte Strom wird zu 100 Prozent vom nahegelegenen Coca-Cola-Werk Wakefield abgenommen. „Coca-Cola European Partners hat sich verpflichtet, ausschließlich Strom aus zertifiziert nachhaltiger Erzeugung zu beziehen“, erläutert Nick Brown, Head of Sustainability, Coca-Cola European Partners. „Das PPA bei Wakefield hilft uns, dieses Ziel zu erreichen und gibt uns langfristig Sicherheit bei der Energieversorgung.“
Auch die zweite Anlage, Gilleys Dam in der Grafschaft Cornwall, funktioniert über ein Private Wire PPA. Abnehmer ist hier der Minenkonzern Imerys Minerals. Gilleys Dam wurde bereits 2016 auf acht Hektar Fläche einer früheren Deponie errichtet und erreicht ebenfalls eine Leistung von fünf Megawatt peak.

Athos Solar investierte in die Anlagen insgesamt etwa 12,5 Millionen Euro. Für beide Solarparks wurden je rund 16.000 Solarmodule verbaut. Als Bauunternehmen war beide Male die spanische Grupo Zaragozá beauftragt.
„Wir werden in Großbritannien künftig verstärkt auf Private Wire PPAs setzen und sind bereits auf der Suche nach interessierten Unternehmen“, erklärt Christian Linder. „In Deutschland sind PPAs in dieser Form derzeit leider nicht umsetzbar. Vorgeschriebene EEG-Umlagen, wie sie auch auf der häuslichen Stromrechnung zu finden sind, machen eine direkte Belieferung mit ortsnah produziertem, umweltfreundlichem Strom für einen industriellen Kunden unrentabel.“
27.07.2018 | Quelle: Athos Solar | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen